Kunst

Kunst im Untergrund 2019 – Up in Arms: Worauf basiert Frieden?

Kunst im Untergrund 2019 – Up in Arms: Worauf basiert Frieden?
Stephanie Hanna, Worauf basiert Frieden?, 2019 (Entwurf) | © Stephanie Hanna

Stephanie Hanna »Worauf basiert Frieden?«Platz der Luftbrücke, Haupteingang Flughafen Tempelhof Das globale Wettrüsten wird oft mit Friedenserhalt begründet, jedoch ist das Gegenteil der Fall: Die bloße Existenz von Waffen ist als Gewaltandrohung bereits eine Form der strukturellen Gewalt. Die Bodenposterarbeit der Künstlerin Stephanie Hanna ist einem Perserteppich bzw. einem afghanischen Kriegsteppich nachempfunden. Die zentrale Frage: »Worauf basiert Frieden?« In zahlreiche Sprachen übersetzt, spannt sie sich über ein filigranes Muster, dessen Grundmotive erst auf den zweiten Blick als Waffenabbildungen erkennbar werden.

—-Kunst im Untergrund 2019 – Up in ArmsMit: Alexis Dworsky, Josefine Günschel, Stephanie Hanna, Miro Kaygalak, Beatrice Schuett MoumdjianIm Jahr 2019 ist ein eklatanter Anstieg deutscher Rüstungsexporte zu beobachten. Auch wenn Berlin längst kein Hauptstandort der Waffenproduktion mehr ist, spielt die Stadt noch immer eine zentrale Rolle im Rüstungshandel. Hier werden die Weichen gestellt für die politischen Entscheidungen, die die Rüstungsproduktion und -exporte regeln. Deshalb sind die größten Rüstungsunternehmen und -verbände in der Hauptstadt ansässig und können ihre Interessen im politischen Vorraum vertreten. Die physische Nähe zwischen Lobbyismus und Politik übersehen viele und wenn Besucher_innen der Stadt das Brandenburger Tor ablichten, wissen sie nicht, dass sie gleichzeitig die Standorte bedeutender Rüstungsfirmen fotografieren.

Mit dem Titel »Up in Arms« (dt. ›energisch gegen etwas protestieren‹) widmet sich der Wettbewerb »Kunst im Untergrund 2019« der Rüstungsindustrie in einer kritischen Auseinandersetzung. Die ausgewählten Künstler_innen intervenieren mit ihren Arbeiten im Stadtraum genau dort, wo sie für die Rüstungsindustrie wichtige historische und aktuelle Orte markieren. Die wirtschaftlichen und politischen Strukturen und die Auswirkungen des Waffenhandels werden offengelegt. Dabei gehen die Kunstwerke über die bloße Markierung hinaus, sie laden zur kritischen Reflexion ein und rufen – Up in Arms – zum Protest auf.

Die parallel dazu stattfindenden Stadtführungen sind ein gemeinsames Angebot aus der Zusammenarbeit mit dem Verein LobbyControl. Sie bieten eine eweiterte Form der Auseinandersetzung: Intrinsische Verknüpfungen von Rüstungslobby und -industrie, Alltagsleben und Kunstbetrieb werden nachvollziehbar gemacht. Eine Webseite bietet weitere Informationen und Recherchen zu den in Berlin ansässigen Hauptakteur_innen und verzeichnet auf einem Stadtplan deren Standorte.

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