Leben Gropiusstadt Gebrauchsanweisung
Die Gropiusstadt entstand in den 1960er- und 1970er-Jahren nach Plänen des Bauhaus-Gründers Walter Gropius, der eine moderne, durchgrünte Satellitenstadt nach dem Leitbild von „Licht, Luft und Sonne“ entwerfen wollte. Der ursprüngliche Plan sah vergleichsweise niedrige Wohnhäuser für rund 15.000 Menschen vor. Der Bau der Berliner Mauer 1961 veränderte das Projekt jedoch grundlegend: Weil West-Berlin nicht weiter wachsen konnte und dringend Wohnraum benötigte, wurde die Siedlung deutlich verdichtet. Statt niedriger Gebäude entstanden Hochhäuser mit bis zu 30 Stockwerken. Bereits wenige Jahre nach ihrer Fertigstellung 1975 galt die Gropiusstadt als sozialer Brennpunkt. Heute leben hier mehr als 40.000 Menschen. Arthur Romanowski (Interviews, Spiel, Regie) ist in der Gropiusstadt zu Hause und hat mit seinen Nachbar:innen über ihren Blick auf das Viertel gesprochen. Inspiriert von Georges Perecs Roman „Das Leben Gebrauchsanweisung“ (1978), der ein Mosaik aus Geschichten, Erinnerungen und Biografien entfaltet, entwickelt die Premiere ein Kaleidoskop des Stadtteils und zeichnet ein vielschichtiges Bild jenseits gängiger Klischees und Stereotype.