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Mi Madre y el Dinero

Zwischen Alltag und Bühne begegnen sich Mutter und Sohn in ihrer eigenen Geschichte: Josefina Orlaineta erzählt mit Humor und Direktheit von Überleben, Klasse und Leben in Mexiko. Ein intimer, kluger Abend über Familie, Identität und die Kunst, sich durchzuschlagen.

Über 60 Jahre lang, von 1960 bis 2020, arbeitete Josefina Orlaineta in mehr als 40 Jobs im südmexikanischen Campeche; ihr Sohn Anacarsis zog nach Mexiko-Stadt und fand dort zum Theater und zu seiner Identität als schwuler Mann. Nun steht Josefina mit ihrem Sohn auf der Bühne – in ihrer eigenen Geschichte. Hinreißend, mit viel Charme und Humor, lässt sie ihre unterschiedlichen Tätigkeiten Revue passieren und enthüllt ihre Verkaufstechniken sowie Überlebensstrategien, während sie auf der Bühne Würste stopft — als würde sie die Szenen mit Erinnerungen füllen. Feinfühlig befragt Anacarsis Ramos seine Mutter und erweitert den intimen Dialog zu einer klugen Reflexion über ökonomische Überlebensrealitäten, Klasse und das Theater selbst. Denn auch für die Verbesserung der prekären Arbeitssituation am Theater hat Josefina überzeugende Ideen. Und wenn Ramos über die Vorliebe der Europäer*innen für dokumentarisches Theater sowie über die Bedeutung seiner Mutter als Selbstdarstellerin ächzt, landet das Stück mitten im Jetzt. Dass es Josefina, wie in ihren anderen Jobs, gelingt, sich auch im Theater durchzuschlagen, gehört zu den Qualitäten dieses so tiefsinnigen wie unterhaltsamen Abend.