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Poesiefestival Berlin 2026: Dawn has no memory. Dusk remembers everything

Es liegen zahlreiche Gedichtbände von ihr vor, besonders hervorzuheben sind Joy (Carcanet Press 2017), dessen titelgebendes Gedicht aus der Sicht von William Blakes Frau geschrieben wurde, und Deformations (Carcanet Press 2020), eine Auseinandersetzung mit dem Künstler Eric Gill und den gegen ihn erhobenen Vorwürfen des sexuellen Missbrauchs.

Zuletzt erschien der Band The Strongbox (Carcanet Press 2024), in dem Dugdale kunstvoll griechische Mythologie mit moderner Geschichte verbindet. Sie selbst bezeichnet das Buch als eine „Büchse der Pandora aus Stimmen, Masken und Gefühlen“. Geschrieben wurde es 2022 mitten in der großangelegten russischen Invasion der Ukraine. Dugdale schreibt: „Die Welt wurde fremd, und ich hatte wieder einmal das Gefühl, dass ich sie nicht wiedererkannte und dass ich Poesie und Mythos benötigen würde, um sie zu sehen.“

Die Leser:innen begegnen unterschiedlichen mythischen Gestalten, die es in die Jetztzeit verschlagen hat, z. B. Philemon und Baucis (die bei Dugdale auf eine Landmine tritt) oder dem gelehrten Kentaur Chiron und seinem Schüler Apollo, und sie folgen Helena, die an anderer Stelle ihrem Gatten Menelaus Mathenachhilfe erteilt, in ihre prophetischen Träume, sowie dem Götterboten Hermes mit beflügelten Sandalen auf die Toilette („Hermes slept under a coat, puttees wrapped round ankles. / When he woke to use the lav the chain shone with hoar.“). Vor allem ist der Mythos hier jedoch eine erzählerische Folie, durch die die Konflikte und Kriege der Gegenwart durchscheinen. So heißt es einmal auch: „The world is revealed to be a tent on a battlefield.“

Sasha Dugdale im Gespräch mit Olga Radetzkaja

Das Gespräch findet auf Englisch statt und wird nicht gedolmetscht.