Tyler Ballgame: Pop Newcomer für große Gefühle
Er ist ein kleines Naturwunder – und ein Widerspruch in sich. Einerseits sind die Songs des Newcomers aus Rhode Island, inzwischen in L.A. zuhause, von einer fast schmerzhaften Ehrlichkeit und Offenheit geprägt. Andererseits hat er, der eigentlich Tyler Perry heißt, mit Tyler Ballgame eine Kunstfigur erschaffen: eine Stage Persona. Deren Kunstfertigkeit speist sich aus großen Vorbildern. „Ich denke jeden Tag an die Beatles“, sagt der 33-Jährige – und scheut überhaupt keine Größe: Roy Orbison, Kate Bush, Paul Simon, Joanna Newsom. Mit ihnen teilt er die Mischung aus Exzentrik und Formstrenge, getragen von seiner hohen Falsettstimme. Was für ein Glück ist da seine Band: Während der konfrontative Sänger uns in seine fast mystische Welt entgrenzter Gefühle zieht, schafft sie den komplexen, durchaus roots-affinen Rahmen.