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Women Support Women – 100 Jahre GEDOK: Fragmente / Dysfunktion Poster
© Marita Bublitz

Women Support Women – 100 Jahre GEDOK: Fragmente / Dysfunktion

Im Rahmen des 100-jährigen Jubiläums der GEDOK widmet sich die erste
kuratierte Gruppenausstellung des Jahres 2026 dem Thema „Fragmente /
Dysfunktion“.
Während das Begriffspaar in der Psychologie eine bestimmte Verfasstheit
und deren Folgen beschreibt – etwa eine geistige Fragmentierung, die
Funktionsstörungen hervorbringt – eröffnet es in der Kunst eine
weiterreichende Bedeutungsebene. Bruchstücke, Leerstellen und Störungen
können hier bewusst eingesetzte gestalterische Mittel sein, die darauf
abzielen, visuelle Gewohnheiten in Frage zu stellen und gewohnte
Wahrnehmungsmuster aufzubrechen.

Das Spiel mit Seherwartungen und die Irritation des Blicks gehören seit
jeher zu den prägenden Strategien der Avantgarde. Künstlerische Brüche
ermöglichen neue Perspektiven und eröffnen Räume für Interpretation,
Fantasie und kreative Weiterführung.
Auch historisch steht diese Haltung in enger Verbindung mit
Künstlerinnen und Kunstförderinnen, die bestehende Normen hinterfragten
und neue Wege eröffneten – darunter Käthe Kollwitz und Ida Dehmel, deren
Engagement maßgeblich zur Sichtbarkeit von Künstlerinnen beitrug.
Vor diesem Hintergrund versteht die Ausstellung das vermeintlich
Fehlerhafte nicht als Mangel, sondern als produktive künstlerische
Strategie. Fragmentarisch Überliefertes ebenso wie bewusst gesetzte
Störungen eröffnen neue Sicht- und Interpretationsweisen
– und laden das Publikum dazu ein, eigene Wahrnehmungsgewohnheiten zu hinterfragen.