Kino & Film in Berlin

„Exploitation“ von Edwin Brienen

Mit "Exploitation" schließt der in jeder Hinsicht unabhängige Underground-Filmemacher Edwin Brienen nach "Hysteria" (2006) und "Revision" (2009) seine Apokalypse-Trilogie ab.

exploitationWieder geht es wild assoziativ und atmosphärisch bedrohlich zu, diesmal im Filmmilieu. Brienen-Muse Eva Dorrepaal in der Rolle der hoffnungsfrohen Schauspielerin Eva (Typ: verführerische Blondine) sieht sich im Verlauf eines Vorsprechens den psychoterroristischen Anwandlungen eines größenwahnsinnigen Regisseurs ausgesetzt. Der gibt, wenn er nicht gerade auf Eva herumhackt, Poser-Allgemeinplätze über universellen Schmerz und künstlerische Wahrheit zum Besten. Andernorts wird eine Nackte durch eine Schneelandschaft gejagt; Evas Alter Ego oder eine Figur in einer Parallelhandlung (Typ: rassige Brünette) erdolcht eine Barbie-Puppe; und eine Kulminations-Montage gemahnt an ein satanistisches Ritual, ist aber möglicherweise ganz anders gemeint. Um einen Brienen-Film zu goutieren, braucht es einen offenen Geist und viel Fantasie. Und im vorliegenden Fall ein Faible für elektronische Musik, da die Bilder durchgängig und laut von einem Score, der von Ambient bis Tekkno reicht, weniger begleitet als vielmehr usurpiert werden.

Text: Alexandra Seitz

Foto: Edwin Brienen

tip-Bewertung: Zwiespältig

Orte und Zeiten: „Exploitation“ im Kino in Berlin

Deutschland 2012; Regie: Edwin Brienen; Darsteller: Eva Dorrepaal (Eva), Thomas Sinclair Spencer (Regisseur), Jaron Löwenberg (Josh); 70 Minuten; FSK k.A.; Kinostart: 21. Februar 2013

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