Freizeitsport

Bouldern in Berlin: Kletter-Orte für Anfänger und Profis

Wir wissen, dass Klettern nicht gleich Bouldern ist. Ohne Seil und Gurt klettert man beim Bouldern in Berlin in Absprunghöhe über dicken und weichen Matten. Und das meist in riesigen lichtdurchfluteten Hallen. Doch gerade jetzt im Sommer zieht es die Berliner*innen raus in die Sonne. An diesen Adressen könnt ihr nicht nur indoor, sondern auch outdoor klettern.


Am Berliner Kegel in Friedrichshain

Bei gutem Wetter macht das Klettern am Kegel richtig Spaß! Foto: imago images/POP-EYE

Der Kegel ist laut Betreiber-Angaben seit 15 Jahren das Epizentrum des Kletterns in Berlin. Vor allem, weil einem nach dem anstrengenden Aufstieg der Ausblick vom rund 20 Meter hohen Turm über Friedrichshain bis hin zur Eastside Gallery und zum Fernsehturm schlussendlich den Rest-Atem raubt. Bouldern an sich ist am Kletterturm nur unterhalb der ersten Zwischensicherung erlaubt. Und auf die Seilschaften der anderen Kletterer müsst ihr Rücksicht nehmen.

Verletzungen sind beim Bouldern trotz Fallschutzmatten nicht auszuschließen, daher sollte bei bestimmten Griffen jemand zum „Spotten“ zur Seite stehen: Dabei steht eine zweite Person hinter dem*der Boulder*in, der ihn oder sie bei einem Sturz aus einer Höhe von ein bis drei Metern auf die Füße und die Matte lenken kann, um Schäden am Rücken bei einem Sturz zu vermeiden.

  • Der Kegel Revaler Straße 99, Friedrichshain, Tel. 030 66766837

18 Meter hoch hinaus in Mariendorf

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Ein besonderes Highlight des Südbloc ist sein riesiger Außenbereich. Innen bietet die Halle auf 1.600 Quadratmetern einen freistehenden 18 Meter Doppeldachpilz, eine Boulderspeedwand und eine separate Schulungswand. In lichtdurchfluteter Atmosphäre kommt auch bei großer Besucher*innnenzahl keine Langeweile auf. Mehrere Sitzbereiche, eine sonnige Terrasse, eine 15-Meter-Slackline, ein Bistro-Tresen, ein Yogaraum, großzügige Duschen sowie ein Trainingsbereich runden das Angebot der Boulderhalle ab.

  • Südbloc Großbeerenstraße 2-10, Mariendorf, Tel. 74 00 18 10

Naturnah in Neukölln

Im Bouldergarten kann man sich bei jedem Wetter gut auspowern. Foto: Bouldergarten

Die Mitarbeiter*innen im Bouldergarten fasziniert der Wechsel von eher mental anspruchsvollen Klettern zum das gesamte Bewegungsrepertoire des Körpers fordernden Bouldern. Für Einsteiger bietet das Team Kurse zum Kletterns ohne Seil an. Und im Außenbereich des Bouldergartens gibt es dabei auch den Kontakt zur Natur.

  • Bouldergarten Thiemannstraße 1, Neukölln, Tel. 22 47 98 15

Im Hinterhof in Wilmersdorf

Versteckt in einem Hinterhof im Herzen von Wilmersdorf liegt die Boulderhalle Boulderworx. Egal ob für erfahrenen Boulder-Asse, die nach der nächsten Herausforderung suchen, oder blutige Anfänger*innen, die das Bouldern ausprobieren möchten: Diese kleine Halle hält für jede*n etwas in petto. Bis zur niedrigen Decke brauchen Sportler*innen nur weniger Züge – hier kommt es auf die Technik an. Bewegungsrätsel nicht nur lösen, sondern auch mal selbst stellen – im Boulderworx kein Problem. Am Vorturm darf man sein eigenen Boulder setzen.

  • Boulderworx Berliner Straße 46, Wilmersdorf, Tel. 79 78 46 46

Vielfalt in Schöneberg

Beim Bouldern ist Kraft in den Armen gefragt. Nicht jeder schafft es wie dieser Kletterer nach ganz oben. Foto: Tony Günther

Unter dem Motto “ Klettern kennt jeder, Bouldern ist anders“ geht es in der rundum verglasten Boulderhalle im Schöneberger Naumannpark auf zwei gigantische Boulderobjekte, die mitten in der historischen Industrieanlage stehen. Bei Tageslicht kann hier nicht nur indoor, sondern auch outdoor geklettert werden. Es gibt eine eigene Kinderhalle. Draußen gibt es dazu vielseitige Außenwände und einen Slackline-Parcours.

  • Bright Site Wilhelm-Kabus-Straße 40, Schöneberg, Tel. 49 08 07 07

Dicke Berta in Pankow

Die organische Wandstruktur der Boulderhalle Berta Block ermöglicht trickreiches Klettern ansenkrecht bis stark überhängenden Wänden in bis zu viereinhalb Metern Höhe. Und nachdem man den frei stehenden Block im Zentrum der Halle — die „Dicke Berta“ — erklommen hat, kann man auch endlich aufatmen. Ambitionierte Kletterern können in einem speziellen Trainingsbereich gezieltes Systemtraining betreiben, die Wand hat hier eine Neigung von 15 bis 35 Grad Momentan ist der Außenbereich noch in Planung.

  • Berta Block Boulderhalle Mühlenstraße 62, Pankow, Tel. 91 42 47 30

Magischer Berg im Wedding

Ein Berg mitten in Berlin: der Magic Mountain. Foto: imago images/Sebastian Wells

Zuletzt wurden in der Magic Mountain Kletterhalle über 130 Routen in- und outdoor neu geschraubt. Seit 2002 steht die Halle unweit des Bahnhofs Gesundbrunnen. Abgesehen von den 2.200-Quadratmeter-Kletterfläche mit rund 300 abwechslungsreichen Routen in bis zu 15 Metern Höhe kann hier auch gebouldert werden. Dafür schraubt das Team der Magic Mountain Kletterhalle 30 Boulder monatlich. Was die Mitarbeiter*innen dabei verbindet, ist die Liebe zur Bewegung in der Natur und zur Umwelt. Deshalb setzten in der Kletterhalle vor allem auf Nachhaltigkeit – auch bei der Ausstattung und Gestaltung der Kletteranlagen.

  • Magic Mountain Kletterhalle Böttgerstraße 20, Wedding, Tel. 88 71 57 90

Bouldern an Balkonen (1) in Marzahn

Der Wuhletalwächter in Marzahn. Foto: imago images / Volker Preußer

Ganz besondere Ausblicke verheißen zwei Türme, die aus Balkonen von zuvor sanierten Plattenbauten aufgetürmt wurden: der Wuhletalwächter und der Monte Balkon.

Ersterer steht mitten in Marzahn: ein sechseitiger Kletterturm aus Beton auf einer Grundfläche von zehn mal zehn Metern. 17,5 Meter ragt der Wuhletalwächter in die Höhe. Wer hier rund um die Uhr klettern will, braucht aber nicht unbedingt ein Seil mitzubringen. Eine Boulderwand, die insgesamt auf eine Fläche von 400 Qudratmetern kommt, führt einmal um den Kletterturm.

  • Wuhletalwächter Havemannstraße/Kemberger Straße, Marzahn, Tel. 0172/39 036 90

Bouldern an Balkonen (2) in Hohenschönhausen

Der Monte Balkon beeindruckt mit fast den gleichen Maßen: Er hat gleichfalls eine Grundfläche von zehn mal zehn Metern, ist aber „nur“ 15 Meter hoch. Er bietet in Hohenschönhausen eine Kletterfläche von 400 Quadratmetern. Das Areal zum Bouldern liegt gegenüber – eine 3 m hohe Boulderwand, die auf 60 qm Klettervergnügen verspricht. Doch leider ist die komplette Anlage momentan aus Sicherheitsgründen gesperrt.

Monte Balkon Ribnitzer Straße/Hohenschönhauser Weg Hohenschönhausen, 0177/365 08 72


Sonnenlicht in Marienfelde

Bei gutem Wetter könnt ihr am South Rock in der Marienfelder Multisport-Anlage Area 85 im Sonnenschein klettern und euch anschließend im Schatten der Bäume entspannen. Aber auch der eine oder andere Regenschauer kann das Klettererlebnis nicht trüben. Die Überdachung des Kletterbereichs bietet euch ausreichenden Schutz.

  • Area 85 Trachenbergring 85, Marienfelde, Tel. 030 68089864

Doppelturm (1) in Spandau

Der Kletterturm des Deutschen Alpen Vereins in Spandau. Foto: Wikimedia Commons/Polarbear24/CC BY-SA 4.0

Die zwei Türme des Kletterturms Spandau sind auf circa acht Metern Höhe durcheine schräge miteinander verbunden. Wer es bis dorthin geschafft hat, ist aber leider noch nicht über den Berg und hat noch elf Meter vor sich. Die überwiegenden Strukturrouten können durch wenige Griffe ergänzt werden. Doch bevor ihr hier drauflosklettern könnt, sind an diesem Kletterturm zwei Dinge zu beachten: Die Anlage ist eingezäunt, wobei die Schlüsselausgabe in der Geschäftstelle des Deutschen Alpen Vereins (DAV) erfolgt (Lietzenburger Straße 51) und die häufig in Berlin genutzten 35 Meter langen Kletterseile sollten hier nicht verwendet werden.

  • Kletterturm Spandau Am Kiesteich (Spektesee), Spandau, Tel. 0171/415 20 55

Doppelturm (2) in Prenzlauer Berg

Die Schwedter Nordwand in Prenzlauer Berg. Foto: imago images / Schöning

Am Mauerpark steht ein weiterer zweiteiliger Kletterturm aus Beton. Die große Stele ist 15 Meter hoch und fünf Meter breit, die Neigung liebt bei vier Grad. Die kleine Stele ist sieben Meter hoch und ebenso breit. Summa summarum ergibt das rund 275 Quadratmeter Kletterfläche. Die zusätzlich angebrachten künstlichen Klettergriffe beeinträchtigen das Bild einer „naturnahe“ Oberfläche kaum.

  • Schwedter Nordwand Schwedter Straße/Kopenhagener Straße, Prenzlauer Berg, Tel. 0157/7191 63 73

Der kopierte Kletterturm am Teufelsberg

Der Kletterturm wirkt auf den ersten Blick vielleicht etwas teuflisch, dabei ist er aber einer der beliebtesten Orte zum Bouldern in Berlin. Foto: imago images/Schöning

Seit 1970 steht der Kletterturm am Teufelsberg den Berliner Kletter*innen zur Verfügung, wobei die Vielzahl der gebotenen Kletterrouten – über 60 an der Zahl – ihn noch heute zu einer der beliebtesten Kletteranlage Berlins machen.

Funfact: Fünf Jahre nach Eröffnung kopierten südamerikanische Studenten der TU Berlin die Baupläne. Seit 1976 steht in Quito, der Hauptstadt Ecuardors, ein exaktes Ebenbild des 9,8 m hohen Berliner Kletterturms. Am Kletterturm Teufelsberg ist das Klettern Mitgliedern des Deutschen Alpenvereins DAV vorbehalten.

  • Kletterturm Teufelsberg, Teufelseechausee, Charlottenburg, Tel. 251 09 43

Kriegsgeschichte am Humboldthain

Freeclimber an der Kletterwand des Flakturms am Humboldthain in Berlin. Foto: imago images/Müller-Stauffenberg

Auf relativ geringer Fläche finden sich am Flakturm im Humboldthain verhältnismäßig viele Routen, mit Schwierigkeitsgrad Stufe sechs und aufwärts sind die aber definitiv nichts für Anfänger*innen. An dieser Klettersportstätte scheiden sich nicht nur im Hinblick auf den Schwierigkeitsgrad die Geister. Schließlich ist die Anlage zuallererst ein Kriegsrelikt. Ein Bollwerk aus Beton, zerfurcht von rissigen Narben, überdimensionalen Kratern und übersät mit unzähligen Einschusslöchern. An insgesamt drei Stellen in Berlin wurden von 1940 bis 1942 insgesamt sechs monströse Flaktürme errichtet, um das Stadtzentrum gegen alliierte Luftangriffe mit schweren Geschützen zu verteidigen. Die anderen beiden Orte waren der Volkspark Friedrichshain und der Tiergarten.

Seit ein paar Jahren gibt es zum Bunker eine Liste, auf der digital mit Punkten festgehalten wird, wer die meisten Routen geknackt hat. Der Kultstatus des Anlage lässt sich jedoch weniger dadurch begreifen als durch die prägnanteste Eigenschaft des Flakturms. Er ist eine der ältesten Anlagen der Stadt mit den genialsten Routen, die über all die Jahre kaum verändert wurden. Und wenn man vom Klettern in Berlin spricht, kommt man nicht dran vorbei, den Bunker mit aufzulisten.

  • Flakturm im Humboldthain, Hochstraße 5, Gesundbrunnen

Mehr Outdoor Erlebnisse?

Bouldern macht nicht nur mental- und körperlich fit, es verbindet auch. Habt ihr nach dem Sport Lust auf ein Craftbeer und längst den Überblick verloren, weil gefühlt jede Bar und jede Brauerei, die ein bisschen was auf sich hält, ihre eigenen Produkte vertreibt? Wir stellen euch 12 Adressen vor, wo ihr richtig gutes Bier bekommt. Nach dem kühlen Bolden könnt ihr euch die dann die Stadt von oben ansehen. Die Dächer in Berlin ziemlich viel zu bieten, manche beherbergen Sportplätze, andere Pools und wieder andere Saunen. Hier noch ein Tip fürs nächsten Wochenende: Sollten die Slots zum Bouldern alle vergeben sein, schwingt euch doch einfach aufs Rad oder wandert los. 12 Wander- und Radtouren durch Brandenburg bringen euch binnen 48 Stunden an wunderschöne Orte.

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