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Halloween

Gespenster und Grusel: Diese Orte in und um Berlin lehren euch das Fürchten

Es gibt so viele gruselige Orte in Berlin und im Umland: dunkle Tunnel, alte Friedhöfe und gespenstische Gemäuer. Dabei ist Angst natürlich kein schönes Gefühl – aber der Grusel und die schaurige, manchmal auch brutale Geschichte der Orte machen sie spannend. In Berlin gibt es einige Orte, die eine Gänsehaut verursachen – diese unheimlichen Orte in Berlin besucht ihr besser nicht allein.


Das seltsame Licht vom Brieselanger Wald

gruselige Orte Berlin Die Sage um die Lichterscheinungen des Brieselanger Forsts geht auf die 1980er-Jahre zurück.
Die Sage um die Lichterscheinungen des Brieselanger Forsts geht auf die 1980er-Jahre zurück. Foto: imago images/photothek

Brieselang ist eine kleine Gemeinde in Brandenburg. Um ihren Forst ranken sich seit den 1980er-Jahren unheimliche Erzählungen: Damals wurden zwischen den nächtlichen Bäumen erstmals seltsame Lichter gesichtet.

Die schwebenden Lichterscheinungen kamen dem oder der Entdeckerin gespenstisch vor und fortan häuften sich die Aussagen, nach denen Menschen weiße, rote oder grüne flackernde Lichter in dem nächtlichen Wald gesehen haben wollten. Einige meinten sogar, sie hätten Stimmen und Geräusche gehört.

Der Sage nach sollen die Sichtungen mit dem Tod eines jungen Mädchens zusammenhängen, das im Jahr 1945 im Wald von sowjetischen Soldaten ermordet wurde. Der Legende nach geht ihr Geist im Wald um. Oder der ihres Vaters, der verzweifelt mit einer Taschenlampe nach ihr suchte. Mutige machen also zu Halloween einen Ausflug in den Brieselanger Forst.

  • Brieselanger Forst Brieselang, Brandenburg

Beelitz Heilstätten: Einer der gruseligsten Orte Berlins, wenn nicht ganz Europas

gruselige Orte Berlin Die verfallenen Beelitz Heilstätten sind europaweit als Gruselkulisse bekannt.
Die verfallenen Beelitz Heilstätten sind europaweit als Gruselkulisse bekannt. Foto: imago images/POP-EYE

Keinem der Lost Places in Berlin eilt ein so gruseliger Ruf voraus wie den Beelitz-Heilstätten. Einst Tuberkulose-Klinik, später Lazarett für verwundete Soldaten im ersten und zweiten Weltkrieg: Die bewegte Geschichte des Gebäudekomplexes reicht bis in das Jahr 1890 zurück.

Krankenhäuser, so nötig sie sind, sind selten Orte, die Menschen gerne aufsuchen. Und verfallene Krankenhäuser erinnern mit ihrer provokativen Stille an verzweifelte Schicksale, an den Kampf gegen den Tod. Man kann das schmerzvolle Stöhnen früherer Patienten und verletzter Soldaten geradezu hören, während man sich durch die endlosen, verfallenen Flure und heruntergekommenen Behandlungsräume der Beelitz Heilstätten bewegt.

Das alleinige Betreten des 200 Hektar großen Gebäudekomplexes ist jedoch nicht erlaubt. Stattdessen können, im Zusammenhang mit dem über den Heilstätten verlaufenden Baumkronenpfad, Führungen gebucht werden.

  • Beelitz Heilstätten Beelitz, Brandenburg, Führungen via Baum & Zeit, Taschenlampenführung durch die alte Chirurgie 12,50 Euro pro Person, Tel. 033 204/63 47 23, www.baumundzeit.de

Die verlassenen Gänge im Kinderkrankenhaus Weißensee sorgen für Gänsehaut

gruselige Orte Berlin Leere Gänge im Kinderkrankenhaus Weißensee: Der unheimliche "Lost Place" darf leider nicht von Unbefugten betreten werden.
Leere Gänge im Kinderkrankenhaus Weißensee: Der unheimliche „Lost Place“ darf allerdings nicht betreten werden. Foto: imago images/Lebie

Unter den Lost Places in Berlin ist das ehemalige Kinderkrankenhaus in Weißensee eine weitere unheimliche Adresse. Hier sollte nach der Eröffnung 1911 die hohe Säuglingssterblichkeit der damaligen Zeit bekämpft werden. Auch in der DDR nutzte man das Gebäude noch als Kinderkrankenhaus. Seit 1997 steht es leer. 

Das Betreten des Geländes ist verboten. Zu später Stunde reicht aber schon ein Spaziergang um das Gebäude herum aus, um Gänsehaut zu bekommen.

  • Kinderkrankenhaus Weißensee Hansastraße 178-180, Weißensee

In der zerfallenen Klosterruine in Mitte soll der Geist eines Mönchs umgehen

gruselige Orte Berlin In den Gemäuern des gotischen Franziskanerklosters in Berlin-Mitte soll der Geist des verbitterten Mönchs Pater Roderich sein Unwesen treiben.
In den Gemäuern des gotischen Franziskanerklosters in Berlin-Mitte soll der Geist des verbitterten Mönchs Pater Roderich sein Unwesen treiben. Foto: Gryffindor

Wer die Klosterstraße entlangläuft, stößt auf die Ruine einer Kirche. Sie ist das letzte Überbleibsel des gotischen Franziskanerklosters, das seinen Beinamen der grauen Tracht seiner Mönche verdankt. Einer von jenen, die um 1300 dort lebten – so wird erzählt – hieß Pater Roderich. Vor seinem Klostereintritt soll er Junker gewesen sein und ein schönes Burgfräulein geliebt haben. Als man ihre Liaison entdeckte, jagte man ihn davon, wobei er sich ein Bein brach und fortan hinkte.

Gebrochenen Herzens und körperlich eingeschränkt ging er ins Kloster. Sein Charakter veränderte sich und er wurde böse – stiftete seine Brüder sogar zum Mord an. Irgendwann tauchte ein junger Mann im Kloster auf, Roderich geriet mit ihm in Streit und sperrte ihn in den Keller.

Als er geraume Zeit später erfuhr, dass der Unbekannte sein Sohn war, eilte er hinab, um ihn zu befreien: Doch er war tot. Roderich, der daraufhin weinend zusammenbrach, wurde wegen seiner düsteren Machenschaften von einem wütenden Mob erschlagen. Noch heute soll er nachts wehklagend in der Kirchruine umgehen.


Um das Schloss Tegel ranken sich Legenden um einen Poltergeist und eine riesige Schattengestalt

gruselige Orte Berlin Von außen unscheinbar: Aber die Legenden um einen Poltergeist  im Schloss Tegel kursieren bereits seit dem 16. Jahrhundert.
Von außen unscheinbar: Aber die Legenden um einen Poltergeist im Schloss Tegel kursieren bereits seit dem 16. Jahrhundert. Foto: imago images/Ritter

Die weißen Türme dieses Anwesens ragen schon seit 1558 am Rande des Tegeler Forsts empor. Beinahe ebenso lange kursieren Geschichten über einen Poltergeist. Der Sage nach hat er sich Ende des 17. Jahrhunderts manifestiert: Die damaligen Schlossbesitzer, Mitglieder der kurfürstlichen Familie von Brandenburg, bemerkten mysteriöse Dinge.

Es war das Knallen von Peitschen zu hören, glühende Steine schossen auf die Bewohner zu und Flammen loderten in den Sälen des Schlosses auf. Schließlich nahm der Geist Gestalt an: mal als düster wabernder Nebel, mal als riesige Schattengestalt.

Nachdem er lange Angst und Schrecken verbreitet hatte, verschwand der Geist so plötzlich wie er aufgetaucht war. Manch einer will ihn aber auch in jüngster Zeit noch gesehen haben – etwa in Form eines mysteriösen Flammenkopfes vor den Schlosstoren.

  • Schloss Tegel Adelheidallee 19, Tegel

Verlotterte Gräber auf dem Südwestkirchhof in Stahnsdorf

Gruselige Orte Berlin Alte Gräber auf dem Südwestkirchhof im brandenburgischen Stahnsdorf.
Alte Gräber auf dem Südwestkirchhof im brandenburgischen Stahnsdorf. Foto: imago images/Hohlfeld

Mehr als 200 Hektar groß ist der Südwestkirchhof im brandenburgischen Stahnsdorf. Damit ist der Friedhof der zehntgrößte weltweit. Unzählige Gräber reihen sich hier aneinander, manche Grabsteine sind verlottert und überwuchert. Sie Stammen vermutlich aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Den Friedhof gibt es seit 1909.

Auf dem Gelände des Friedhofs stehen einige Skulpturen, die einen als Spaziergänger*in zu beobachten scheinen, während man an den Gräbern vorbeigeht. Wer schwache Nerven hat, sollte den Südwestkirchhof in Stahnsdorf vor Einbruch der Dunkelheit wieder verlassen.

  • Südwestkirchhof in Stahnsdorf Bahnhofstraße 2, Stahnsdorf, Potsdam-Mittelmark

Geisterhafte Stille in der Abhörstation auf dem Teufelsberg

gruselige Orte Berlin Wenn die Sonne untergeht, kehrt Stille in der verlassenen Abhörstation auf dem Teufelsberg ein.
Wenn die Sonne untergeht, kehrt Stille in der verlassenen Abhörstation auf dem Teufelsberg ein. Foto: imago images/Hohlfeld

In den 1950er-Jahren, während des Kalten Krieges, errichtete die US-Armee auf dem Teufelsberg eine Abhörstation. Diese lottert heute vor sich hin. Der Plan, auf dem Gelände ein Hotel samt Spionagemuseum und Wohnungen zu errichten, scheiterte am Widerstand von Umweltschützern und zu hohen Kosten.

Die alte Abhörstation befindet sich mitten im Grunewald. Rund um das verlassene Gelände ist nach Einbruch der Dunkelheit, bis auf die Geräusche des Waldes, also nicht viel zu hören. Alleine betreten darf man die gruselige Abhörstation jedoch leider nicht. Es lassen sich nur offizielle Führungen buchen – Tipp für Grusel-Fans: Im Winter die letzte Führung buchen, dann ist die Sonne schon untergegangen.

Mehr zur Geschichte der Abhörstation auf dem Teufelsberg findet ihr hier.


Auf dem Selbstmörderfriedhof im Grunewald finden die Toten keine Ruhe

gruselige Orte Berlin Viele der Toten, die auf dem Friedhof im Grunewald liegen, wählten aus Verzweiflung den Freitod.
Viele der Toten, die auf dem Friedhof im Grunewald ihre letzte Ruhe fanden, wählten aus Verzweiflung den Freitod. Foto: imago images / epd

Der Grund, warum der Friedhof Grunewald-Forst  „Selbstmörderfriedhof“ genannt wird, ist ein historischer: Das kleine Grabfeld liegt auf einer Lichtung des Grunewalder Forstes, nahe einer Biegung der Havel. Immer wieder trieben dort Wasserleichen ans Ufer – darunter auch viele Selbstmörder. Diese wurden zu Zeiten der Friedhofsgründung, um 1878, als Todsünder betrachtet, weshalb die Kirche ein Begräbnis verweigerte.

Deshalb legte die Forstverwaltung diesen Waldfriedhof an. Nicht nur, wer den Freitod in der Havel wählte, sondern auch viele andere Selbstmörder wurden von nun an hier bestattet. Etliche brachten sich auch in Friedhofsnähe um. All die „unerlösten Seelen“, so die Sage, sollen ruhelos in Nacht und Dämmerung dort umgehen.

Berichtet wird von seltsamen Geräuschen und Schatten, die zwischen den Gräbern umherhuschen. Im Sommer 2010 will eine Anwohnerin eine dunkle Gestalt in Konsistenz einer Rauchwolke gesehen haben, die aus der Havel aufstieg.

  • Selbstmörderfriedhof Havelchaussee 92b, im Grunewald, Wilmersdorf

Jeder Wald in Berlin – bei Dämmerung oder Nacht

gruselige Orte Berlin Kaum etwas ist gruseliger als ein Wald bei Nacht.
Kaum etwas ist gruseliger als ein Wald bei Nacht. Foto: imago images/STPP

Es braucht keine Sage von einem verschwundenen Mädchen, um sich nachts allein im Wald zu gruseln. Wer bei Dunkelheit allein auf den Straßen Berlins unterwegs ist, ist vermutlich einer höheren Gefahr ausgesetzt, fühlt sich jedoch geschützter.

Wenn das letzte Licht zwischen den Baumstämmen versiegt, kann es passieren, dass wir die Hand vor den Augen nicht mehr erkennen. Kommt dann die Stille des Waldes hinzu, kann es unheimlicher kaum werden.

Wer sich für einen Taschenlampen-Spaziergang durch den Wald entscheidet, sollte daran denken: Wildschweine paaren sich das ganze Jahr über und kriegen auch im Herbst Frischlinge. Wer also einer Sau mit Frischlingen begegnet, sollte sich ruhig verhalten und einfach einen Bogen um die Tiere machen.

  • Wälder in Berlin z.B. Grunewald, Plänterwald, Düppeler Forst

Um das Schloss Köpenick ranken sich unheimliche Geschichten

gruselige Orte Berlin Um das schöne Schloss Köpenick ranken sich einige unheimliche Geschichten.
Um das schöne Schloss Köpenick ranken sich einige unheimliche Geschichten. Foto: imago images/PEMAX

So schön das Schloss Köpenick von außen aussehen mag, um dieses barocke Wasserschloss ranken sich zahllose Geschichten. Die bekannteste handelt von einer jungen Adeligen, die sich in einen Bürgerlichen verliebte.

Bei einem seiner heimlichen Besuche, soll ihre Liaison entdeckt und grausam bestraft worden sein: Er wurde angeblich an einem Brückenpfeiler erhängt und sie bei lebendigem Leib im Burgverlies eingemauert. Seitdem sollen ihre Seelen ruhelos umherziehen und es gab immer wieder Menschen, die meinten, nahe der Brücke Seufzer zu hören oder einen Schleier wehen zu sehen.

Außer den unglücklichen Liebenden sollen in und um das Schloss Köpenick weitere Geister umgehen. Darunter ein schwarzer Hund mit glühenden Augen. Bis heute soll er urplötzlich im Dunkeln auftauchen – häufig an der Brücke im Schlosspark.

Tipp: Diese 12 weiteren Schlösser in Berlin sind einen Besuch wert!

  • Schloss Köpenick Schlossinsel 1, Köpenick

Der Messedamm-Tunnel wird nach Sonnenuntergang zum bedrohlichen Ort

gruselige Orte Berlin Quietsch-orange und irgendwie bedrohlich, vor allem nach Sonnenuntergang: Die S-Bahnunterführung am Messedamm.
Quietsch-orange und irgendwie bedrohlich, vor allem nach Sonnenuntergang: Die S-Bahnunterführung am Messedamm. Foto: imago images/Hohlfeld

Wer vor Sonnenuntergang den Messedamm-Tunnel durchquert, trifft vielleicht noch auf Einzelpersonen oder auf einen Drehorgel-Spieler. Je später es wird, desto bedrohlicher wirkt die Unterführung. Das quietsch-orange 70er-Jahre Design entfaltet dann eine unangenehme, aufreibende Wirkung.

Der Messedamm-Tunnel könnte auch als Drehort für einen Thriller herhalten. Wenn man sich einbildet, Schritte hinter sich zu hören, obwohl kein anderer Mensch im Tunnel zu sein scheint, sollte man zusehen, dass man schnell zum Ausgang gelangt. Dabei nicht auf die letzten Meter die Nerven verlieren: Die Rolltreppen sind zumeist defekt.

An diesen „harten“ Orten könnt ihr Berlin erleben, so, wie es wirklich ist.

  • Messedamm-Tunnel Messedamm, Charlottenburg

Neugierig geworden? Hier findet ihr noch mehr Lost Places in Berlin. Ihr wollt gar kein Abenteuer, sondern bloß eure Ruhe? An diesen Berliner Orten fühlt an sich, als wäre man ganz allein. Orte der Erinnerung oder Oasen der Ruhe: Auch jenseits der Geisterstunde lohnt es sich, die schönsten Friedhöfe Berlins zu besuchen. Und wer lieber die Natur genießt: Wir haben für euch 12 schöne Routen für einen Waldspaziergang durch Berlin zusammengestellt.

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