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Spuk und Legenden

Gruselige Orte in und um Berlin: An diesen Orten gehen Geister um

Gruselige Orte in und um Berlin gibt es reichlich. Nicht selten werden die Ruinen, Tunnel, Wälder und Friedhöfe der Stadt zu Kulissen für Schauergeschichten und urbane Legenden. Die Großstadt birgt viele Geheimnisse und erinnert an Schrecken der Vergangenheit. Wir stellen euch unheimliche Orte vor, in denen Geister umhergehen sollen, oder die einfach ein beklemmende Stimmung erzeugen. Traut ihr euch? An diesen Orten in und um Berlin bekommt ihr sicherlich eine Gänsehaut.


Durch die zerfallene Klosterruine in Mitte soll ein Geist hinken

In der Franziskaner-Klosterkirche soll ein verbitterter Geist sein Unwesen treiben. Foto: Imago/imageBROKER/Lothar Steiner

Wer die Klosterstraße entlangläuft, stößt auf eine Ruine. Sie ist das letzte Überbleibsel des gotischen Franziskanerklosters, das aufgrund der Mönchskluften auch als Graues Kloster bekannt ist. Einer der Geistlichen, die um 1300 dort lebten – so wird erzählt – hieß Pater Roderich. Vor seinem Klostereintritt soll er Junker gewesen sein und ein schönes Burgfräulein geliebt haben. Als man ihre Liaison entdeckte, jagte man ihn davon, wobei er sich ein Bein brach und fortan hinkte. Gebrochenen Herzens und körperlich eingeschränkt ging er ins Kloster. Sein Charakter veränderte sich und er wurde böse – er stiftete seine Brüder sogar zum Morden an. Irgendwann tauchte ein junger Mann im Kloster auf, Roderich geriet mit ihm in Streit und sperrte ihn in den Keller.

Als er geraume Zeit später erfuhr, dass es sich bei dem Unbekannten um seinen Sohn handelte, eilte er hinab, um ihn zu befreien: Doch der Gefangene war tot. Roderich, der daraufhin weinend zusammenbrach, wurde wegen seiner düsteren Machenschaften von einem wütenden Mob erschlagen. Noch heute soll er nachts wehklagend in der Kirchruine umgehen.

Inzwischen finden auch Veranstaltungen, zum Beispiel Ausstellungen, in der Ruine statt. Die Dokumentarfilmerin Johanna Ickert hat in Zusammenarbeit mit dem Landesdenkmalamt Berlin und dem Fachbereich Kunst, Kultur und Geschichte des Bezirksamts Mitte von Berlin die Geschichte des Standortes in einem Kurzfilm dokumentiert.

  • Ruine der Franziskaner-Klosterkirche Klosterstraße 73a, Mitte, Mo-So 10-22 Uhr, Tel. 030/ 901 837 462, online

Gruselige Orte: Das seltsame Licht vom Brieselanger Wald

gruselige Orte Berlin Die Sage um die Lichterscheinungen des Brieselanger Forsts geht auf die 1980er-Jahre zurück.
Die Sage um die Lichterscheinungen des Brieselanger Forsts geht auf die 1980er-Jahre zurück. Foto: Imago/Florian Gaertner/photothek.net

Brieselang ist eine Gemeinde im Havelland. Um ihren Forst ranken sich seit den 1980er-Jahren unheimliche Erzählungen: Damals wurden zwischen den nächtlichen Bäumen erstmals seltsame Lichter gesichtet.

Fortan häuften sich die Aussagen, nach denen Menschen weiße, rote oder grüne flackernde Lichter in dem nächtlichen Wald gesehen haben wollten. Einige meinten sogar, sie hätten Stimmen und Geräusche gehört. Der Sage nach sollen die Sichtungen mit dem Tod eines jungen Mädchens zusammenhängen, das im Jahr 1945 im Wald von sowjetischen Soldaten ermordet wurde. Der Legende nach geht ihr Geist im Wald um. Oder der ihres Vaters, der verzweifelt mit einer Taschenlampe nach ihr suchte. Mutige machen also zu Halloween einen Ausflug in den Brieselanger Forst.

  • Brieselanger Forst Brieselang, Brandenburg

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Beelitz Heilstätten: Einer der gruseligsten Orte Brandenburgs, wenn nicht ganz Europas

Gruselige Orte: Die verfallenen Beelitz Heilstätten sind europaweit als Gruselkulisse bekannt. Foto: Imago/YAY Micro YAY Micro/agefotostock

Keinem der Lost Places in und um Berlin eilt ein so gruseliger Ruf voraus wie den Beelitz Heilstätten. Einst Tuberkulose-Klinik, später Lazarett für verwundete Soldaten im Ersten und Zweiten Weltkrieg: Die bewegte Geschichte des Gebäudekomplexes reicht bis in das Jahr 1890 zurück.

Krankenhäuser, so nötig sie sind, sind selten Orte, die Menschen gerne aufsuchen. Und verfallene Krankenhäuser erinnern mit ihrer provokativen Stille an verzweifelte Schicksale, an den Kampf gegen den Tod. Man kann das schmerzvolle Stöhnen früherer Patienten und verletzter Soldaten geradezu hören, während man sich durch die endlosen, verfallenen Flure und heruntergekommenen Behandlungsräume der Beelitz Heilstätten bewegt.

Das alleinige Betreten des 200 Hektar großen Gebäudekomplexes ist jedoch nicht erlaubt. Stattdessen können, im Zusammenhang mit dem über den Heilstätten verlaufenden Baumkronenpfad, Führungen gebucht werden.

  • Beelitz-Heilstätten und Baumkronenpfad Straße nach Fichtenwalde 13, 14547 Beelitz, Tel. 033204/6058-0, [email protected], weitere Informationen, Ferienangebote und Öffnungszeiten findet ihr auf der offiziellen Website

Um das Schloss Tegel ranken sich Legenden um einen Poltergeist und eine riesige Schattengestalt

gruselige Orte Berlin Von außen unscheinbar: Aber die Legenden um einen Poltergeist  im Schloss Tegel kursieren bereits seit dem 16. Jahrhundert.
Die Legenden um einen Poltergeist im Schloss Tegel kursieren bereits seit dem 16. Jahrhundert. Foto: Imago/Jürgen Ritter

Die Türme dieses Anwesens ragen schon seit 1558 am Rande des Tegeler Forsts empor. Beinahe ebenso lange kursieren Geschichten über einen Poltergeist. Der Sage nach hat er sich Ende des 17. Jahrhunderts manifestiert: Die damaligen Schlossbesitzer, Mitglieder der kurfürstlichen Familie von Brandenburg, bemerkten mysteriöse Dinge.

Es war das Knallen von Peitschen zu hören, glühende Steine schossen auf die Bewohner zu und Flammen loderten in den Sälen des Schlosses auf. Schließlich nahm der Geist Gestalt an: mal als düster wabernder Nebel, mal als riesige Schattengestalt.

Nachdem er lange Angst und Schrecken verbreitet hatte, verschwand der Geist so plötzlich wie er aufgetaucht war. Manch einer will ihn aber auch in jüngster Zeit noch gesehen haben – etwa in Form eines mysteriösen Flammenkopfes vor den Schlosstoren. Wenn ihr schon einmal da seid: Hier findet ihr weitere spannende Orte in Tegel. So lebte der Adel: Weitere Schlösser in Berlin stellen wir hier vor.

  • Schloss Tegel Adelheidallee 19, Tegel

Gruselige Orte: Verlotterte Gräber auf dem Südwestkirchhof in Stahnsdorf

Gruselige Orte Berlin Alte Gräber auf dem Südwestkirchhof im brandenburgischen Stahnsdorf.
Alte Gräber auf dem Südwestkirchhof im brandenburgischen Stahnsdorf. Foto: Imago/Hohlfeld

Mehr als 200 Hektar groß ist der Südwestkirchhof im brandenburgischen Stahnsdorf. Damit ist der Friedhof der zehntgrößte weltweit. Unzählige Gräber reihen sich hier aneinander, manche Grabsteine sind verlottert und überwuchert. Sie Stammen vermutlich aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Den Friedhof gibt es seit 1909.

Auf dem Gelände des Friedhofs stehen einige Skulpturen, die einen als Spaziergänger:in zu beobachten scheinen, während man an den Gräbern vorbeigeht. Wer schwache Nerven hat, sollte den Südwestkirchhof in Stahnsdorf vor Einbruch der Dunkelheit wieder verlassen.

  • Südwestkirchhof in Stahnsdorf Bahnhofstraße 2, Stahnsdorf, Potsdam-Mittelmark

Geisterhafte Stille in der Abhörstation auf dem Teufelsberg

gruselige Orte Berlin Wenn die Sonne untergeht, kehrt Stille in der verlassenen Abhörstation auf dem Teufelsberg ein.
Wenn die Sonne untergeht, kehrt Stille in der verlassenen Abhörstation auf dem Teufelsberg ein. Foto: Imago/Hohlfeld

In den 1950er-Jahren, während des Kalten Krieges, errichtete die US-Armee auf dem Teufelsberg eine imposante Abhörstation. Diese lottert heute vor sich hin, sieht aber immer noch beeindruckend aus. Der Plan, auf dem Gelände ein Hotel samt Spionagemuseum und Wohnungen zu errichten, scheiterte am Widerstand von Umweltschützern und zu hohen Kosten.

Die alte Abhörstation befindet sich mitten im Grunewald. Rund um das verlassene Gelände ist nach Einbruch der Dunkelheit, bis auf die Geräusche des Waldes, also nicht viel zu hören. Alleine betreten darf man die gruselige Abhörstation jedoch leider nicht. Es lassen sich offizielle Führungen buchen, Streetart-Kunstwerke und die tolle Aussicht bewundern. Tipp für Grusel-Fans: Im Winter die letzte Führung buchen, dann ist die Sonne schon untergegangen. Es gibt sogar eine besonders unheimliche Taschenlampenführung. Mehr zur Geschichte der Abhörstation auf dem Teufelsberg findet ihr hier.

  • Abhörstation auf dem Teufelsberg Teufelsseechaussee 10, Grunewald, Führung ab 20 Euro pro Person, online

Auf dem Selbstmörderfriedhof im Grunewald finden die Toten keine Ruhe

gruselige Orte Berlin Viele der Toten, die auf dem Friedhof im Grunewald liegen, wählten aus Verzweiflung den Freitod.
Gruselige Orte in Berlin: Viele der Toten, die auf dem Friedhof im Grunewald ihre letzte Ruhe fanden, wählten aus Verzweiflung den Freitod. Foto: Imago/epd

Der Grund, warum der Friedhof Grunewald-Forst  „Selbstmörderfriedhof“ genannt wird, ist ein historischer: Das kleine Grabfeld liegt auf einer Lichtung des Grunewalder Forstes, nahe einer Biegung der Havel. Immer wieder trieben dort Wasserleichen ans Ufer – darunter auch viele Selbstmörder. Diese wurden zu Zeiten der Friedhofsgründung, um 1878, als Todsünder betrachtet, weshalb die Kirche ein Begräbnis verweigerte.

Deshalb legte die Forstverwaltung diesen Waldfriedhof an. Nicht nur, wer den Freitod in der Havel wählte, sondern auch viele andere Selbstmörder wurden von nun an hier bestattet. Etliche brachten sich auch in Friedhofsnähe um. All die „unerlösten Seelen“, so die Sage, sollen ruhelos in Nacht und Dämmerung dort umgehen.

Berichtet wird von seltsamen Geräuschen und Schatten, die zwischen den Gräbern umherhuschen. Im Sommer 2010 will eine Anwohnerin eine dunkle Gestalt in Konsistenz einer Rauchwolke gesehen haben, die aus der Havel aufstieg. Vielleicht war es auch die Mondgöttin und Musiklegende Nico, die hier begraben liegt. Eine Tour entlang der Ruhestätten: Weitere besondere Friedhöfe in Berlin stellen wir hier vor.

  • Selbstmörderfriedhof Havelchaussee 92b, im Grunewald

Gruselige Orte in Berlin: Jeder Wald – bei Dämmerung oder Nacht

gruselige Orte Berlin Kaum etwas ist gruseliger als ein Wald bei Nacht.
Kaum etwas ist gruseliger als ein Wald bei Nacht. Foto: Imago/STPP

Es braucht keine Sage von einem verschwundenen Mädchen, um sich nachts allein im Wald zu gruseln. Wer bei Dunkelheit allein auf den Straßen Berlins unterwegs ist, ist vermutlich einer höheren Gefahr ausgesetzt, fühlt sich jedoch geschützter.

Wenn das letzte Licht zwischen den Baumstämmen versiegt, kann es passieren, dass wir die Hand vor den Augen nicht mehr erkennen. Kommt dann die Stille, oder undefinierbare Geräusche des Waldes hinzu, kann es unheimlicher kaum werden. Vielleicht doch tagsüber die Natur genießen: Empfehlungen für Waldspaziergänge in Berlin geben wir hier.

  • Wälder in Berlin z.B. Grunewald, Plänterwald, Düppeler Forst, Spandauer Forst, Müggelberge, Tegeler Forst

Um das Schloss Köpenick ranken sich unheimliche Geschichten

Gruselige Orte in Berlin: Um das Schloss Köpenick ranken sich einige unheimliche Geschichten. Foto: Imago/imageBROKER/Fotoatelier Berlin

So schön das Schloss Köpenick von außen aussehen mag, um dieses barocke Wasserschloss ranken sich zahllose Geschichten. Die bekannteste handelt von einer jungen Adeligen, die sich in einen Bürgerlichen verliebte. Bei einem seiner heimlichen Besuche, soll ihre Liaison entdeckt und grausam bestraft worden sein: Er wurde angeblich an einem Brückenpfeiler erhängt und sie bei lebendigem Leib im Burgverlies eingemauert. Seitdem sollen ihre Seelen ruhelos umherziehen und es gab immer wieder Menschen, die meinten, nahe der Brücke Seufzer zu hören oder einen Schleier wehen zu sehen.

Außer den unglücklichen Liebenden sollen in und um das Schloss Köpenick weitere Geister umgehen. Darunter ein schwarzer Hund mit glühenden Augen. Bis heute soll er urplötzlich im Dunkeln auftauchen – häufig an der Brücke im Schlosspark. Weitere tolle Orte in Köpenick stellen wir hier vor.

  • Schloss Köpenick Schlossinsel 1, Köpenick

Der Messedamm-Tunnel wird nach Sonnenuntergang zum bedrohlichen Ort

gruselige Orte Berlin Quietsch-orange und irgendwie bedrohlich, vor allem nach Sonnenuntergang: Die S-Bahnunterführung am Messedamm.
Quietsch-orange und irgendwie bedrohlich, vor allem nach Sonnenuntergang: Die S-Bahnunterführung am Messedamm. Foto: Imago/Hohlfeld

Wer vor Sonnenuntergang den Messedamm-Tunnel durchquert, trifft vielleicht noch auf Einzelpersonen oder auf einen Drehorgel-Spieler. Je später es wird, desto bedrohlicher wirkt die Unterführung. Das quietsch-orange 70er-Jahre Design entfaltet dann eine unangenehme, aufreibende Wirkung.

Der Messedamm-Tunnel könnte auch als Drehort für einen Thriller herhalten. Gleichzeitig hat der Tunnel etwas Futuristisches. Passt, dass hier auch Szenen für „Die Tribute von Panem“ und „The First Avenger – Civil War” gedreht wurden. Weitere bekannte Drehorte in Berlin stellen wir hier vor.

Glamourös ist dieser gruselige Ort in Berlin trotzdem nicht. Wenn man sich einbildet, Schritte hinter sich zu hören, obwohl kein anderer Mensch im Tunnel zu sein scheint, sollte man zusehen, dass man schnell zum Ausgang gelangt. Dabei nicht auf die letzten Meter die Nerven verlieren: Die Rolltreppen sind zumeist defekt.

Nicht alles heile Welt: An diesen „harten“ Orten könnt ihr Berlin von einer anderen Seite erleben.

  • Messedamm-Tunnel Messedamm, Charlottenburg

Gruselige Orte in Berlin: Die verlassenen Gänge im Kinderkrankenhaus Weißensee sorgen für Gänsehaut

gruselige Orte Berlin Leere Gänge im Kinderkrankenhaus Weißensee: Der unheimliche "Lost Place" darf leider nicht von Unbefugten betreten werden.
Leere Gänge im Kinderkrankenhaus Weißensee: Der unheimliche Lost Place darf allerdings nicht betreten werden. Foto: Imago/Thomas Lebie

Unter den Lost Places in Berlin ist das ehemalige Kinderkrankenhaus in Weißensee eine weitere unheimliche Adresse. Hier sollte nach der Eröffnung 1911 die hohe Säuglingssterblichkeit der damaligen Zeit bekämpft werden. Auch in der DDR nutzte man das Gebäude noch als Kinderkrankenhaus. Seit 1997 steht es leer. 

Das Betreten des Geländes ist verboten. Zu später Stunde reicht aber schon ein Spaziergang um das Gebäude herum aus, um Gänsehaut zu bekommen. Weitere leerstehende Häuser in Berlin stellen wir hier vor.

  • Kinderkrankenhaus Weißensee Hansastraße 178-180, Weißensee

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