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Elternsprecher: Akademischer Nachwuchs

Dabei sollten gerade die besonders gut ausgebildeten Frauen wissen, wie es um den Standort Deutschland bestellt ist: Der demografische Wandel erfordert mehr Nachwuchs. Und da seit Pisa jeder weiß, dass der Bildungs-erfolg des Kindes vom Ausbildungsgrad der Eltern abhängt, müssten eigentlich vor allem die Akademiker ran. Doch trotz redlicher Bemühungen von Frau von der Leyen weigern die sich beständig, die Babybettchen zu füllen. Im Gegenteil: Die heranwachsende Elite geht derzeit mal wieder auf die Straße, anstatt sich zu Hause der Fortpflanzung zu widmen. Dabei war die Überlegung, dass junge Menschen bereits im Studentenalter Eltern werden könnten, schon mal so verlockend erschienen: Die Twentysomethings stecken voller Energie, sind noch locker genug, um an Kindererziehung plus Studium nicht so verbissen heranzugehen. Und wenn dann das Studium beendet und der Berufseinstieg in greifbarer Nähe ist, sind die Kleinen aus dem Gröbsten raus. Doch statt sich der vornehmen Aufgabe des Bevölkerungserhalts zu widmen, streiken die Studenten gegen Bachelor- und Master-abschlüsse. Bildungsstreik! Zeugungsstreik! Sonst noch was? Dass es jedoch gerade politische Entscheidungen wie die Hochschulreform sind, die Kinderwünsche für Studenten und Absolventen in weite Ferne rücken, wird gerne vergessen. Vollgestopfte Lehrpläne, Nebenjobs und Praktika – Zeit für Kinder? Von wegen! Anstelle von familienfreundlicheren Unis gibt es nun noch mehr Leistungsdruck, noch mehr Konkurrenz. Kein Wunder, dass dabei die Lust mitunter auf der Strecke bleibt.

Text: Sabine Käsbohrer
Foto: Jens Berger/tip

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