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Elternsprecher: Jetzt geht\s los

Gevatter Zufall stellt demnächst womöglich Schulklassen zusammen. Das klingt leider nur wie ein Scherz. Irgendwo liegt da ein Missverständnis vor. Entweder hat Zöllner den frischen Wind, den er in Berlins klippenreiche Bildungspolitik bringen sollte, mit heißer Luft verwechselt. Oder dem Eltern­sprecher ist das Visionäre an der Idee entgangen: die Verbindung von Demo­kratie und Lotterie. Das Los spart Zeit, Experten­­gremien, Debatten, Steuergelder. Das Los muss sich nicht rechtfertigen. Vor dem Los sind alle gleich. Das Los ist sozusagen ursozialdemokratisch.

Aber nicht nur durch die Berliner Bildungspolitik muss ein Los gehen. Der Bund könnte auf diese Weise Staatsbürg­schaften vergeben. Arcandor, Schaeffler oder Infineon füllen bitte schon mal Scheine im Lottoladen um die Ecke aus. Opel wandert an die Firma mit der
meisten Fortune. Glück wird sie danach ohnehin brauchen, die Konzepte von Fiat oder Magna glaubt sowieso keiner. Jede Woche wird eine Person der westdeutschen Zeitgeschichte für eine Stasi-Überprüfung ausgelost. Aus alledem macht der RBB eine Fernsehshow, „Politik völlig Los-gelöst“. Mit Kurt Krömer. Beim Moderator wird das Zufalls­prinzip besser ausgesetzt. Sonst sitzt da am Ende noch Johannes B. Kerner.
Und auf der Internetseite der Berliner Senatsverwaltung für Bildung erfreut den?Elternsprecher demnächst ein Pop-up-Fenster: „Kein Scherz! Sie haben soeben einen Gymnasiumsplatz für Ihr Kind gewonnen.“

Text: Erik Heier
Foto: KFM/Pixelio

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