Familie

Elternsprecher: Reformitis

ReformitisDoch auch andere vollmundig angekündigte Schulreformen erweisen sich bei näherer Betrachtung als Schaumschlägerei. So erfüllte die flächendeckende Einführung der Ganztagsschulen häufig nicht einmal in Ansätzen die Erwartungen. Statt die Familien zu entlasten und zu mehr Chancengleichheit zu führen, müssen Eltern, sofern sie dazu in der Lage sind, die Hausaufgaben ihrer Sprösslinge nun spät am Abend betreuen. In der Schule sieht man sich – oft aus Desinteresse – dazu nicht in der Lage.

Auch die Verkürzung der Schulzeit bis zum Abitur auf 12 Jahre wurde in den Sand gesetzt. Denn außer hypergestressten Schülern, die ihre Jugend nun einzig mit Pauken verbringen, ist nicht viel dabei herausgekommen.

Umso verständlicher, dass der geplanten Sekundarschule, der Zusammenlegung von Haupt-, Real- und Gesamtschule, seitens der Eltern großes Misstrauen entgegenschlägt. Wobei es für den Senat eigentlich ein Leichtes wäre, mit reformierten Schulen zu überzeugen: Punktuell über die ganze Stadt verteilt, könnte jeder sein Kind dort anmelden. Damit das geschieht, müssten sich alle, bis hin zum einzelnen Pädagogen, um eine optimale Umsetzung der Konzepte bemühen. Eltern würden diese Schulen stürmen. Doch genau davor fürchtet sich der Senat: Gute, neue und vor allem funktionierende Konzepte für öffentliche Schulen würden die Mehrheit des maroden derzeitigen Bestandes bloßstellen.

Text: Eva Apraku
Foto: Berwis/Pixelio

 

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