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Hilfe für Familien in der Ritterburg Kreuzberg

Freitagmittag in der Kita Ritterburg. Vergnügt lärmend toben ein paar Knirpse durch die Spielelandschaft in einem ebenerdigen, großen Raum. Durch die riesigen Fenster fällt der Blick auf den Außenbereich: Auf einer kurvigen, etwa einen Meter breiten Betonstrecke, die durch einen gigantischen „Sandkasten“ führt, können jüngste Bobbycar- oder Dreiradfahrer ungefährdet ihren Drang zum Vorwärtskommen auf Rädern erproben. Andere Kinder hingegen backen ganz traditionell Sandkuchen mit Förmchen.
Obwohl der Name „Ritterburg“ nach Türmchen, Erkern oder Zugbrücke klingt, ist das kürzlich in Betrieb genommene gleichnamige Familienzentrum, zu dem auch die Kita Ritterburg gehört, ein Haus, wie man es sich zeitgemäßer kaum denken könnte: Der kastige Bau wird von außen architektonisch von den waage- und senkrecht verlaufenden Fensterfronten geprägt. Innen beeindrucken die Helligkeit und das zurückhaltende, schlicht-moderne Mobilar. Dass hier und in dem anliegenden Kinderfreizeitzentrum, der „kleinen Ritterburg“, inzwischen täglich rund 100 Kinder spielen können, ist vor allem der Spendenbereitschaft einiger Gönner zu verdanken. Denn der Bau der „großen“ und die Renovierung und Wiederinbetriebnahme der kleinen Ritterburg, einem eins­tigen, senatsgeförderten Abenteuer- und Bauspielplatz, wurde im Wesentlichen erst durch die Bereitstellung privater Mittel möglich.

Die Mäzene haben sich nicht nur als großherzig, sondern auch als weitgehend vorurteilsfrei und weitsichtig erwiesen. Schließ­lich soll die Ritterburg auch denen dienen, die mitunter schon von klein auf mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen haben – und die darüber hinaus häufig immer noch stigmatisiert und an den Rand gedrängt werden: Kinder, die den HIV-Erreger in sich tragen, beziehungsweise Kinder aus von Aids betroffenen Familien.
Gegenüber seinen Anfangsjahren hat Nestwärme e.V., der Betreiber der Ritterburg, sein Konzept inzwischen stark erweitert. Standen seit Gründung der ersten Nestwärme-Kita Anfang der 90er Jahre vor allem die Betreuung von Kindern im Mittelpunkt, die mit der Aids-Problematik leben müss­en, so verfolgt man inzwischen ein integrativeres Modell. Hierbei steht die Ritterburg nicht nur
Kindern, sondern grundsätzlich allen Familien offen: Sozial und gesundheitlich benachteiligten Gruppen genauso wie nicht betroffenen Familien, die hier ihre Kinder betreuen, sich aber auch etwa in Babymassage- oder in Deutschkursen für Ausländer fortbilden lassen möchten.

Nebenan, in der kleinen Ritterburg, schauen zudem Kinder und Jugendliche vorbei, die einfach nur gemeinsam ihre Hausaufgaben machen oder zusammen kochen wollen. Oder Kids, die schlicht Lust haben auf eine Runde spielen. Denn „spielen“, so das simple Motto von Nestwärme e.V. und der Ritterburg, „ist nicht ansteck­end!“

Text: Eva Apraku

Familienzentrum Ritterburg, Ritterstraße 35, Kreuzberg

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