Familie

Junge Berlin-Entdecker

LillyundAnton_BerlinGanz oben: das Elefantenhaus. Und gleich dahinter: die Gedächtniskirche. Auch der Funkturm ist auf einer Seite rechts oben zu erkennen. Dabei geht es im „Berlin Wimmelbuch“ vordergründig um einen Ausbruch aus dem Zoo. Aus dem Berliner Zoologischen Garten, um genau zu sein. Auch kleinste Kinder kennen den in der Regel, ist er doch ein beliebtes Ausflugsziel. Das „Berlin Wimmelbuch“ könnte somit als eine Art erster Stadtführer für Kinder durchgehen. Schließlich arbeiten sich jüngste Leser von Pappseite zu Pappseite zu den wichtigsten Berliner Sehenswürdigkeiten vor: der Fernsehturm, die Philharmonie oder ein Dinosaurier-Skelett im Naturkundemuseum.

Doch während im Wimmelbuch – naturgemäß – die hauptstädtischen Attraktionen kreuz und quer auf die kleinen Betrachter einstürzen, bemühen sich die Autoren und Illustratoren der Berlin-Stadtführer für bereits lesekundige Kinder, Ordnung in die Millionenstadt zu bringen. In „Berlin entdecken. Der Stadtführer für Kinder“, einem Klassiker aus der Nicolaischen Verlagsbuchhandlung, stellt Günter Strempel etwa zunächst die wichtigsten Berliner Türme vor, widmet sich dann der historischen Entwicklung der Stadt oder erklärt die Besonderheiten des Berliner öffentlichen Nahverkehrs, etwa die gelben Doppeldecker-Busse. Diese Detailversessenheit kommt der kindlichen Neugier entgegen, schließlich wollen sie nun mal wissen, wa­rum die Busse in Berlin zwei Etagen haben oder wer die Frau in dem Streitwagen auf dem Brandenburger Tor ist. Letzteres erfahren sie etwa in dem im Herbst erscheinenden Buch „Lilly und Anton entdecken Berlin“: Es ist die Friedensgöttin Eirene.

Auch Niels Hermann arbeitet sich mit seinem „Berlin. Der neue Stadtführer für Jungs und Mädchen aus Berlin und …“ Stück für Stück oder besser: Bezirk für Bezirk und Straße für Straße strukturiert durch die Hauptstadt. Da er sich aber an eher ältere Kinder wendet, verzichtet er auf großformatige Illustrationen, hat aber umso mehr Platz für zahlreiche Kurztexte. Bei den übrigen Stadtführern tendiert das Verhältnis eher in die umgekehrte Richtung: Sie beeindrucken meist durch bunte, sehr liebevoll angefertigte Illustrationen, die nicht selten zum Mitmachen einladen. „Berlin. Mein erster Stadtführer“ enthält etwa einen Plattenbau zum Ausschneiden. Andere, „Das Mitmachbuch Berlin“ oder „Berlin Rätsel“, sind gleich als eine Art Arbeitsbücher angelegt: mit Berlin-Puzzles zum Ausschneiden im erstgenannten Titel. Oder mit Kreuzwort- beziehungsweise Bilderrätseln im zuletzt genannten Titel. Wobei die Lösungsworte jeweils typische Orte und Begriffe aus Berlin ergeben.

Text: Eva Apraku

Illustration:“Lily und Anton entdecken Berlin“

Berlin Wimmelbuch. Ausbruch aus dem Zoo Von Judith Drews, Wimmelbuchverlag, Berlin 2010, Preis: 9,95 Ђ

Berlin. Mein Erster Stadtführer Von Ilka Sokolowski und Claudia Toll, Illustration: Patrick und Frauke Wirbeleit, Verlag Beltz und Gelberg, Weinheim Basel 2011, 9,95 Ђ

Mitmachbuch Berlin
Von Ocka Caremi, Gaëlle de Radiguиs, Grafik: Klaus Bittl, Alda dos Santos, Thomas Müller, Parthas Verlag Berlin 2011, 7,90 Ђ

Lilly und Anton entdecken Berlin Von Anne Schröder, Illustration: Heike Seelig und Team, empfohlen für 4- bis 9-Jährige, Del Medio Verlag Berlin, erscheint im Herbst 2011, Preis: 14,90 Ђ

Berlin Rätsel Von Sigrid Gregor, arsEdition, München 2011, 5,00 Ђ

Berlin entdecken. Der Stadtführer für Kinder
Von Günther Strempel, Illustration: Oliver Wilking, Nicolaische Verlagsbuchhandlung Berlin, 7. aktualisierte Auflage 2010, 9,95 Ђ

Berlin. Der neue Stadtführer für Jungs und Mädchen aus Berlin und … Von Niels Hiermann, Verlagsbuchhandlung der v. Kloeden, Berlin 2010, 9,80 Ђ

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