Familie

Kinder brauchen Bewegung

Kinder_FitnessTatsächlich hat ein Teil des Nachwuchses in Deutschland ein Gewichtsproblem. Das offenbarte eine bundesweite Studie des Robert-Koch-Instituts, welche die Gesundheit von mehreren Tausend Jungen und Mädchen von 0 bis 17 Jahren untersuchte: Eines von sechs Kindern und Jugendlichen in Deutschland ist übergewichtig. Der Anteil der krankhaft Übergewichtigen hat sich schätzungsweise in den letzten zehn Jahren sogar verdoppelt, wie Thomas Lampert vom Robert Koch Institut bestätigt. Wenn Kinder also aufgrund ihres Körpergewichts unter Atemnot oder Bluthochdruck leiden, sollten Eltern alarmiert sein.

Die Gründe für diesen Trend sind falsche Ernährung und vor allen Dingen zu wenig Bewegung. Eltern sind aufgerüttelt und setzen auf Kurse wie Babyschwimmen und Kinderyoga, Gruppentanz für Teens und Fußball im Club. Zudem vermelden Sportvereine in Berlin eine kontinuierlich steigende Mitgliederzahl. Das ist ein positiver Trend – so lange die geplante Freizeitgestaltung nicht in Stress ausartet. „Termine und feste Zeiten lassen den Kindern wenig Freiraum für die selbstständige Entscheidung, wann und wie sie sich bewegen wollen“, sagt Dr. Andrea Lambeck von der Plattform für Ernährung und Bewegung (peb) in Berlin. Denn Hektik und Druck sind zum Teil mit Schuld daran, dass vielen Kindern die Lust vergeht, sich überhaupt zu rühren.

Experten wie Thomas Lambeck beobachten, dass der Trend zum Übergewicht mit dem Eintritt ins Schulalter steigt. Agnes Streber von KinderLeicht, einem Programm, das sich um die Bedürfnisse übergewichtiger Jungen und Mädchen und ihren Eltern kümmert, meint: „Sei es nun in der Schule oder im Verein, der Wettbewerb darf nicht grundlegend im Mittelpunkt stehen.“ Zwar steht Schulsport auf der Tagesordnung, um dem kindlichen Bewegungsdrang gerecht zu werden. Aber auf einmal geht es beim Laufen, Springen und Hüpfen um Leistung und Noten. Leistungsdruck und Stress sollen laut der Familientherapeutin idealerweise weitestgehend vermieden werden, weil „Bewegung in erster Linie einfach nur Spaß machen soll“. Mehr nicht. Wenn es ausschließlich um Leistung geht, ist es kein Wunder, dass der Spaß am Aktivsein verloren geht. „Kinder sollen nicht immer daran denken, wie hoch oder weit sie springen oder wie schnell sie laufen müssen“, erklärt die Expertin. Darum sollte in der Freizeit nur eine Devise gelten: „Raus auf den Spielplatz, ab ins Freie“. Dort herrscht weder ein Muss noch Termindruck.

kinder_fitnessAls Faustregel gilt übrigens, dass Kinder sich eine Stunde pro Tag aktiv bewegen sollten und das am besten an der frischen Luft. Das muss im Gegenzug nicht gleich stressig für die Eltern werden. Es reichen schon Minimalmaßnahmen wie zum Beispiel die 1.000 Meter zur Schule mal nicht mit dem Auto, sondern gemeinsam zu Fuß zurückzulegen. Und andere Gelegenheiten zum Toben, die mehr Spaß machen, gibt es in Berlin und Umland auch zur Genüge: Abenteuerspielplätze, Schwimmbäder, Kinderbauernhöfe.

Text: Janett Haid


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