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Theatertreffen der Jugend 2010 in Berlin

ttj10_AussteigenDie Kantine der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz ist dunkel, Essensgerüche hängen unter der Decke. Langsam trudeln die Mitglieder des P14, der Jugendgruppe der Volksbühne, ein. Gelächter, Aufregung – in diesem Jahr sind sie mit ihrem Stück „Paulina sulla spiaggia“ zum Theatertreffen der Jugend (ttj) geladen. Gern erinnern sie sich an den letzten Sommer, die Zeit der Entstehung des Stückes: „Melancholische Sommerstimmung und der Film ‚Pauline а la plage‘ von Eric Rohmer“, sagt Regisseur Jan Koslowski nur und lächelt wehmütig. „Das Stück handelt von einer Liebesbeziehung zu Italien, aber wie in jeder Beziehung dürfen auch in dieser Schwachstellen aufgezeigt werden.“ Und die haben es politisch in sich.

Dem ttj geht jedes Jahr ein bundesweiter Wettbewerb voran, für den sich Schulen, freie Gruppen und Jugendclubs professioneller Theater bewerben können. 105 Bewerbungen, überwiegend von Gymnasien und Jugendclubs, gingen in diesem Jahr ein, aus denen eine Jury aus Theaterpädagogen und ehemaligen Teilnehmern die besten acht auswählte. Christina Schulz, Leiterin des ttj, erklärt, worum es ihr dabei geht: „Theaterspielen bietet Jugendlichen die Möglichkeit, spielend an Aufgaben und Herausforderungen zu wachsen und ihre Grenzen immer wieder neu zu testen.“ Beim Theater-
treffen können sie ihre Stücke zeigen und an Workshops und Gesprächsforen teilnehmen, die sie kreativ fördern. „Es geht uns nicht um die Perfektion des Einzelnen, sondern um die Fähigkeiten des Ensembles“, so Schulz.

Neben P14 mit ihrem Italowestern „Paulina“ hat es auch das Projekt des Jungen Deutschen Theaters mit „Aussteigen auf freier Strecke“ zum ttj geschafft. Das Stück beschäftigt sich mit der Teilung Berlins, die Idee dazu entstand auf einer Fahrradtour entlang der Mauer.  Ausgestattet mit Kameras sammelten die Jugendlichen Zeitzeugenberichte über die geteilte Stadt. Ein Teil von ihnen hatten nach Abschluss der Tour Lust, das Material weiterzuverwenden – das Theaterprojekt entstand.
„Die Jugendlichen stellten sich vor, wie ihr Leben im Osten oder Westen gewesen sein könnte“, sagt Leiterin Sarah Jasinszczak. „Das Thema DDR, für viele nur noch ein Geschichtsstoff in der Schule, wurde auf die eigene Person bezogen.“ Das macht Theaterspielen für Kinder und Jugendliche so wichtig: „Sie sollen experimentieren,  sich entdecken, die Fragen, die sie an die Welt haben, stellen und sich auf die Suche nach Antworten machen“, so die Theaterpädagogin.

Vanessa Unzalu-Troya leitet das P14 und arbeitet mit einem ähnlichen Konzept. Ihr Wunsch: „Die Jugendlichen sollen Fliegen lernen. Wenn sie eigene Assoziationen entwickeln, entsteht auch ein ganz eigenes Theater.“ Allerdings sind die Produktionsbedingungen häufig schwierig. „Die Arbeit der Jugendtheater ist derzeit im Wandel“, so Christina Schulz. „Sie ist geprägt vom Leistungsdruck, dem die Jugendlichen in der Schule ausgesetzt sind. Theaterspielen wird nicht mehr so stark gefördert. Wenn die Schüler ihr Abitur nach der 12. Klasse machen, bleibt nicht viel Zeit für Freizeit.“
In der Kantine mit dem P14 wird aber vor allem eines klar: Theater spielen sie aus Leidenschaft. „Theater ist Freiraum, der Spaß auf der Bühne zu stehen, die Chance, sich immer wieder neu zu erfinden“, sagte Sarah Gailer, die in „Paulina sulla spiaggia“ als Tante Blamage zu sehen sein wird. 

Text: Jasmin Seimann

Theatertreffen der Jugend
21.-28.5. 2010, 20 Uhr,
Wabe, Danziger Straße 101, Prenzlauer Berg,
www.berlinerfestspiele.de

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