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Welche Schule für mein Kind?

Nicht immer läuft alles nach Plan: Da Schulen, die sich einen guten Ruf erarbeitet haben, oft deutlich mehr Bewerber als freie Plätze haben, ist die Suche nach der bestmöwglichen Einrichtung mit großen Erwartungen und manchmal auch mit Enttäuschungen verbunden. Hier erzählen sieben Familien von ihren persönlichen Erfahrungen bei der Suche nach der richtigen Schule

Der Sohn von Lisa L. und Tilmar S. ist vier Tage zu alt. Die frühe Einschulung macht alles schwerer. Unsere 14-jährige Tochter Emma ist auf dem Gymnasium, kommt jetzt in die neunte Klasse. Der Übergang von der sechsten Klasse der Grundschule zum Gymnasium war super. Wir haben unseren Erstwunsch bekommen, ein kleines, sehr begehrtes Gymnasium, das von uns gut zu erreichen ist und einen künstlerisch-musikalischen Schwerpunkt hat. Der passt gut zu unserer Tochter.

Anton dagegen, der jetzt zehn ist und in die sechste Klasse der Grundschule kommt, hat richtig Pech gehabt. Weil er dummerweise am 27. Dezember geboren wurde, gehörte er zu den Kindern, die damals erstmals mit fünf Jahren eingeschult werden mussten. Wäre er am 1. Januar geboren, hätte er noch ein Jahr warten können. So aber kam er in eine Klasse mit großen Altersunterschieden.
Da waren sechsjährige Kinder dabei und auch siebenjährige, die zuvor ein Jahr zurückgestellt worden waren. Teilweise betrug der Altersunterschied zu Anton zwei Jahre, was in dieser Altersphase ein entscheidender Unterschied ist. Anton hat von sich zum Beispiel gesagt, dass er in Sport der Schlechteste ist – obwohl er kein dickes, gelangweiltes Kind ist, sondern gerne rennt oder klettert. Doch im Sportunterricht kriegt er eine vier, weil er nicht so schnell rennt oder so weit springt wie die älteren Kinder der Klasse. Da werden Normen gesetzt, in die unser Kind überhaupt nicht passt.

Weil seine Schule die ganzen Reformen nur peu а peu umsetzen konnte, etwa mit dem Aufbau der Horte schon ziemlich überfordert war, gab es das jahrgangsübergreifende Lernen JüL dort noch nicht. Das heißt, Anton konnte nicht, wie im Rahmen von JüL möglich, zurückgestellt werden und die zweijährige Eingangsstufe in drei statt zwei Jahren durchlaufen. Immer wieder haben wir die Lehrer und auch den Direktor darum gebeten, Anton zurückzustellen. Aber die sagten nur, das ginge nicht, weil die Leistungen dazu noch zu gut seien. Dabei hat Anton in Englisch eine fünf, in Mathe eine vier und ansonsten vieren und dreien. Von Jahr zu Jahr wurde Anton immer unglücklicher, seine Noten immer schlechter. Anton ist so schulmüde geworden, im Unterricht nur noch körperlich anwesend, was so schade ist, denn er ist eigentlich ein interessiertes und fittes Kind.

Letztes Jahr waren wir mit unserer Geduld am Ende und haben angefangen, nach Alternativen zu suchen. Wir haben uns bei sechs anderen Grundschulen, die halbwegs erreichbar sind, erkundigt, aber alle haben nur gesagt: „Keine Plätze!“ Ganz abgesehen von dem Nachteil, dass auch sie Anton nicht zurückstufen würden. Auch an Waldorfschulen haben wir uns beworben, aber auch da sind lange Wartelisten. Trotzdem hoffen wir, dass er in absehbarer Zeit auf einer anderen Schule aufgenommen wird. Und dort dann auch ein Jahr zurückgestuft wird. Ursprünglich wollte Anton eigentlich später ebenfalls mal auf die Schule, die er von seiner Schwester her kennt. Denn er ist ebenfalls musik- und kunstinteressiert. Aber wir denken, das Thema ist schon gelaufen.

Protokoll: Eva Apraku
Foto: David von Becker

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