Festival

Fantasy Film Fest 2017 – Der Zuschauer als ­Voyeur

Mit der Neuverfilmung von Stephen Kings „Es“ startet das Fantasy Film Fest 2017

Foto: Aug Ohr Medien

Als Film eines Major-Verleihs, der kurz darauf seinen Kinostart hat, ist „Es“ eine Ausnahme – die meisten der über 80 Filme werden auf DVD erscheinen. In vielen Filmen des Programms ist der Schrecken höchst real(istisch), etwa in Greg McLeans „Jungle“ mit Daniel ­Radcliffe. Auf der Suche nach dem Abenteuer verschlägt es ihn in den bolivianischen Dschungel – und die Gefahr geht mal nicht von Kannibalen aus. An die „Wolf Creek“-Filme knüpft der australische „Killing Ground“ an, in dem es wieder mal zwei Hinterwäldler auf Touristen­ abgesehen haben. In der Gewalt gegen ein Kleinkind ist das schwer erträglich, ebenso wie „Hounds of Love” mit seinem Serienkillerpaar, das Mädchen einsperrt, ­foltert und umbringt. Immerhin gewinnen hier die Figuren mehr ­Profil als üblich. In die Rolle des Voyeurs wird der Zuschauer auch in dem Berliner Debütfilm „Figaros Wölfe” (Foto) gedrängt, der das mit höchst lyrischen Sequenzen kontrastiert.
Zwei der besten Filme handeln vom Ende der Kindheit und dem Verlust der Unschuld – und kommen fast ohne Effekte aus. Während „Super Dark Times“ eher entschleunigt die Geschichte zweier Freunde erzählt, deren Schuldgefühle nach einem gewaltsamen Todesfall immer stärker werden, sind die vier Kinder im israelischen „Land of the Little People“ mit der Gewalt bereits groß geworden. Es bleibt nicht dabei, mit Pfeil und Bogen Tiere zu jagen, bald verstärken andere Waffen und Zielobjekte die latente Gewaltbereitschaft. So viele Gäste wie in diesem Jahr gab es lange nicht: Zu acht Filmen werden mehr als 15 Gäste erwartet, bei den zwei Berlin-Filmen sind Großaufgebote von Cast und Crew ­angekündigt.

31. Fantasy Film Fest 13.–24.9. Cinestar Sony Center

Mehr unter: www.fantasyfilmfest.com

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