Psych-Pop

Fenster spielen im Lido

Fenster nehmen ihre Songs nur an außergewöhnlichen Orten auf

Beim ersten Mal war es der Keller. Acht Tage sperrten sich Fenster dort ein. Aufgenommen wurde mit nur einem einzigen Mikrofon – für alle Instrumente. Für das Nachfolgeralbum nisteten sie sich in einer Holzhütte in der Nähe von Cottbus ein. Drumherum nur Kiefernwälder und Abgeschiedenheit. Doch es ist nicht die Stille des Ortes, die das Album prägt, es sind seine Geräusche. Zuschlagende Türen, das Wasser im Brunnen unter dem Haus, vorbeistreunende Tiere, die knisternden Flammen des Lagerfeuers. Ihre Präsenz in den Songs als bloße Field Recordings abzutun, trifft es jedoch nicht. Zu organisch mischen sich die Umgebungsgeräusche in den experimentellen, psychedelischen Pop-Sound der Berliner Band.

Auch ihr neues, drittes Album haben sie wieder fernab von sauberer Studioatmosphäre aufgenommen. „The Room“ ist in einem magischen Haus in der Toskana entstanden, mitten im Nirgendwo. Der Ansatz war diesmal, alle Songs gemeinsam in einem Zimmer zu schreiben. Für Fenster ein Experiment in Sachen kollektiver Kreativität, mit dem Ziel, die eigene Individualität zu überwinden. Transzendenz – ein abstrakter Begriff, im Fall von Fenster aber irgendwie greifbar. Sie klingen nach der Übergangsphase zwischen Wachsein und Schlafen, einem Bewusstseinszustand, der seine ganz eigenen Halluzinationen hervorbringen kann. In der Regel ist er schnell vorbei, ein kurzes Zeit-Fenster. Außer man lässt es offen.

Lido Cuvrystr. 7, Kreuzberg, Do 13.9., 20.30 Uhr, VVK 12,10 € zzgl. Gebühren