Mit Kind

Ferien in Berlin: An der Riviera

Die nackten Füße in den warmen Sand graben oder sich beim Beachvolleyball verausgaben: Die innerstädtischen Strände der Hauptstadt haben südliches Flair.

Strandbad_WeissenseeOase Nähe Alex
Irgendwie sind wir ja schon verwöhnt, wir Berliner. Was für Kleopatra die Eselsmilch, ist für uns das Gletscherwasser, das in die Wanne beziehungsweise den See, in diesem Fall den Weißen See kommt. Vor 18?000 Jahren war das und trotzdem wirkt das Nass in dem mit 350 Metern Länge eher kurzen See immer noch äußerst klar und frisch. Am östlichen Ufer des Weißen Sees ist mit dem Strandbad Weißensee ein hübsches, sehr gehegtes und gepflegtes Kleinod entstanden, in dem Kübel mit riesigen
Palmen, Sonnenschirme aus Bast sowie die exotisch anmutende Überseebar
für südliches Flair sorgen. Dabei kann man es sich hier auch zünftig bei Kaffee, Kuchen und Kaltgetränken auf Bierbänken gut gehen lassen. Und während sich Erwachsene auf Wunsch auf der Massageliege den verspannten Rücken kneten lassen oder es sich in Strandliegen gemütlich machen, können sich Kinder auf einem Spielplatz mit Kletterturm oder auch im Nichtschwimmerbereich austoben. Feriengefühle, die schnell vergessen machen, dass das Strandbad nur 15 Minuten vom geschäftigen
Alexanderplatz entfernt ist.  

Strandbad Weißensee
Uferpromenade am Weißen See, Pankow, www.binbaden.com
tgl. 9–19 Uhr, Eintritt 4/2,50 Ђ,

Anfahrt: Tram 12, M4, M13,  Haltestelle: ­Berliner
Allee/Indira-Gandhi-Straße 

 

Strandbad-WannseeOstsee-Gestade
Obwohl es bereits 106 Jahre alt ist, ist das Strandbad Wannsee immer noch einer der wichtigsten innerstädtischen Erholungsorte. Der 80 Meter Breite und 1?000 Meter lange Sandstrand weckt durch seine Größe Erinnerungen an die Ostsee – tatsächlich ist es Ostseesand, der hier aufgeschüttet wurde. Das Strandbad gilt als sehr familienfreundlich, das Wasser bleibt lange seicht. Dazu sorgen ein Spielplatz,
Beachvolleyballfelder und diverse kommerzielle Einrichtungen wie Bungee-Trampoline für weitere Abwechslung. 

Strandbad Wannsee Wannseebadweg 25, Zehlendorf, Tel. 70 71 38 33, www.strandbadwannsee.de 

tgl. 10–19 Uhr,
Eintritt 4/2,50Ђ, Anfahrt: S1, S7, Bhf. Nikolassee

 

Yaam_StrandKaribik hinter der Mauer
Wer die Mauer der East Side Gallery beim Ostbahnhof zum Yaam durchschritten hat, steht bereits mittendrin in einer anderen Welt: 8?500 Kilometer weit über den Atlantik, mitten in der Karibik. Das Yaam ist dominiert von den Farben des Kontinents, aus dem viele seiner Besucher stammen: Afrika. Grün für den Mutterkontinent, Gelb für den Reichtum der afrikanischen Bevölkerung, Rot für das Blut, das bei ihrer Ausbeutung vergossen wurde. Der Young African Arts Market (kurz: YAAM)erscheint wie ein komprimiertes Jamaika, mit Blick auf seine
afrikanischen Wurzeln. Hier werden alle Sinne angeregt: Warm rieselt der Sand auf die Haut, tief klingen die Reggae-Bässe im Ohr, würzig riechen die Speisen der Imbissbuden in der Nase, ihr exotischer Geschmack zergeht auf der Zunge. Das Auge schließlich wird von dem bunten Geschehen auf dem riesigen Sandstrand gefangen genommen. Fast ist man
geneigt, sich von hier ein Urlaubs-Souvenir mitzunehmen: Die bunten strong>Marktstände mit Kunsthandwerk von anderswo laden schließlich dazu ein. Die Lebenslust, die hier herrscht, lockt zur Bewegung. So können Kinder sich im Rahmen von
Programmen zum Beispiel am Capoeira probieren, trommeln, malen oder Hula-Hoop spielen, Jugendliche und Erwachsene hin­gegen erproben sich im Beachsoccer oder Basketball.  

YAAM Stralauer Platz 35, Friedrichshain, Tel. 615 13 54, www.yaam.de
tgl. ab 10 Uhr, Anfahrt: S5, S7, S75 Bhf. Ostbahnhof  

Beachpark61Sand-Bewegung
Sich faul im Sand rekeln? Im Beach Park 61 ist das eher die zweite Wahl, denn das riesige innerstädtische Strandgelände lockt vor allem ewegungslustige.
An erster Stelle der möglichen Aktivitäten für Groß und Klein steht dabei natürlich Beachvolleyball. Aber auch das sehr fitnessfördernde Beachsoccer ist hier möglich. Samstags locken Spaß­turniere besonders ehrgeizige Freizeitaktivisten an. Wer will, kann bei Burger, Bratwurst oder Backkartoffeln mit Quark aber auch bloß zugucken, wie andere sich verausgaben. 

Beach Park 61
Luckenwalder Straße Ecke Schöneberger Straße, www.beach61.de
Mo–Fr 14–22 Uhr, Sa+So
10–22 Uhr,
Eintritt: 10–15 Ђ pro Stunde Beachvolleyball, Anfahrt: U1, U2
Bhf. Gleisdreieck

 

BeachMitteSand satt für alle
Es ist Mittag. Die Füße stecken im warmen Sand, der Blick schweift von den Beachvolleyballspielern über die Cocktailgenießer bis hin zum Strandpavillon. Berliner Strandliebhaber kennen dieses halbkreisförmige Zelt noch vom ehemaligen
Bundespressestrand, der früher nahe der Kronprinzessinnenbrücke lag. Da dort aber inzwischen gebaut wird, zog man zur Caroline-Michaelis-Straße beim Park am Nordbahnhof um. Am Eingang der Location erstrecken sich elf der insgesamt 49 Beachvolleyballplätze des Beach Mitte. Kletterer winden sich in schwindeligen Höhen am Hochseilkonstrukt Mount Mitte. Jeder macht hier Seins. Die zentrale Lage zieht das unterschiedlichste Publikum an. Ob nach der Arbeit, in den Ferien oder während des Großstadtbesuches: Auf irgendeine Art will hier jeder Strandleben genießen. Man kann hier sogar – auch als Familie – zu Salsa- und Zumba-Klängen tanzen lernen. Pures Relaxen ist hingegen auf Bierbänken, Strandliegen und weißen Couches angesagt, wo man sich zu kühlen Getränken entspannen kann. Kinder finden so etwas schnell doof und spielen deshalb lieber in Sichtweite zu Erwachsenen auf dem als Holzboot gebauten Klettergerüst oder buddeln im Sand.  

Beach Mitte und Beach Bar Mitte
Caroline-Michaelis-Straße 8, Mitte, Tel. 0177/280 68 61, www.beachberlin.de/beachmitte
tgl. ab 10 Uhr, Mi+Sa Salsa, Mi
Zumba im Pavillon, Anfahrt: S1, S2, S25, Bhf.
Nordbahnhof 

 

Strandbad_JungfernheideGesiebte Qualität
Wer seinen Körper an sonnigen Tagen auf dem schneeweißen Sand des Strandbades Jungfernheide bräunt, ahnt nicht, dass der Betreiber schon früh am Werke war, um höchstmöglichen Strandgenuss zu bieten: Früh morgens wird der Sand geharkt und gelockert, abends wird er maschinell gesiebt, bis jede Spur von Schmutz beseitigt ist und der Sand in neuem Glanz erstrahlt. Umringt von einem Wäldchen ist der künstlich angelegte Jungfernheidesee (Foto Mitte) nebst dem gepflegten Strandbad
ein Hort der Ruhe. Im Nichtschwimmerbereich planschen Kinder oder
sausen von der Rutsche. Die Großen steuern schwimmend eine künstliche Insel an, ziehen Bahnen oder vergnügen sich beim Beachvolleyball. Wem der Sand dann aus allen Körperfalten rieselt, der kann sein Badehandtuch auch auf saftigen Rasenflächen ausbreiten. Ein Imbiss und ein Restaurant versorgen die Hungrigen und Durstigen.  

Strandbad Jungfernheide Jungfernheideweg 60, Charlottenburg, www.strandbad-jungfernheide.de 

tgl. 10–20 Uhr (wetterbedingte ­Abweichungen möglich),
Eintritt 4,50/2,50 Ђ, Tel. 70 71 24 12, Anfahrt: U7 Bhf. Siemensdamm (7 Min. Fußweg)

 

Texte: Mina Sheykohleslami

Fotos: Benjamin Pritzkuleit, Berliner-Bäder-Betriebe, Strandbad_Jungfernheide

 

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Wie in den Alpen – Klettern und Bouldern Wer hätte gedacht, dass die Berliner ein Volk von Bergfexen sind? Tatsächlich gehört Klettern und Bergsteigen in der Stadt, in der die höchste Erhebung gerade einmal 114,7 Meter misst, zu den beliebtesten
Freizeitaktivitäten. Doch wie man sieht, wissen sich die Hauptstädter trotzdem zu helfen

Auf der Insel Rund 30 Inseln gibt es in Berlin, nicht alle sind natürlich entstanden und manche sind lediglich Halbinseln, aber für den Urlaub in oder von der Stadt eignet sich manches Eiland hervorragend

Auf Safari
Ein bisschen Geduld und ein gutes Fernglas – mehr braucht es nicht, um sich in Berlin an die Fersen wild lebender Tiere zu heften. Auf exotische Großkatzen wartet man zwar vergeblich. Dafür erstaunt so manches Krabbeltier durch sein Imponiergehabe

 

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