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Feuer und Weihwasser: Wunderblutkirche in Bad Wilsnack

BadWilsnackWunderblutkircheBad Wilsnack, beschauliches Prignitz-Städtchen, mittendrin eine fast surreal große spätgotische Backsteinkirche, mit mehr als 1000 Plätzen. Weit mehr, als das Dorf an Gläubigen hat. Wie es zum Bau kam: Sommer 1383. Wilsnacks Volk vergnügt sich beim Havelberger Kirchweihfest. Ritter Heinrich von Bülow fackelt derweil das Dorf ab. Auch die Dorfkirche. Pfarrer Cabbuez fördert aus den Kirchentrümmern drei Hostien hervor. Unversehrt, mit Blutstropfen. Aus Christi Wunden? Kann sein, kann nicht sein, bleibt umstritten. Egal. Wunderblut, basta. Die Pilgerschar strömt herbei, aus vielen Ländern. Das märkische Santiago de Compostela. Wohlstand durch ein Wunder. Erste Wallfahrtskirche: schnell zu klein. Zweite Kirche: die Kirche St. Nikolai, um 1450 begonnen. Heute immer noch beeindruckend, mit der Wunderblutkapelle am südlichen Querschiffarm. Nur eben viel zu groß. Denn die Wallfahrtsbewegung bricht im 16. Jahrhundert abrupt ab. Schuld: die Reformation. 1552 übergibt Joachim Ellefeld, erster protestantischer Prediger Wilsnacks, die Hostien dem Feuer. Diesmal verbrennen sie doch. Da ist das Wunder auch nicht mehr das, was es mal war.

Text: Erik Heier
Foto: Mrs.Myer.de

Kirche St. Nikolai Infos, Besichtigungszeiten, Förderverein: www.wunderblutkirche.de.
Wiederbelebung der historischen Pilgerwege nach Bad Wilsnack: www.wege-nach-wilsnack.de
Zielgruppe Pilger, Kirchenarchitektur-Fans, Wunderkinder
Anreise per Bahn über Hauptbahnhof nach Bad Wilsnack, 1 Stunde, 26 Minuten; per Auto 1 Stunde, 55 Minuten.

Mehr davon
Besichtigung des Magdeburger Doms, www.magdeburgerdom.de

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