Umland

Filmfestival Cottbus 2017

In Polen treibt im Jahr 1972 ein Serienmörder sein Unwesen. Er hat anscheinend ein politisches Motiv: Er will den ­Kommunismus in Blut tränken

© The Moonshot Company

Ein junger Kommissar soll in „I’m a Killer“ (Foto) von Maciej Pieprzyca diesen Fall lösen, er ­bedient sich moderner Methoden wie Profiling oder Computer und erregt damit den Argwohn eines ganzen Systems.
Beim diesjährigen Filmfestival in Cottbus, bei dem man sich einen Überblick über das aktuelle osteuropäische Kino ­verschaffen kann, läuft „I’m a Killer“ im Wettbewerb, und konkurriert dort zum Beispiel mit dem ukrainischen „Black Level“ von Valentyn Vasyanovich (in dem ein Fotograf auf sehr effektvolle Weise seinen Lebensüberdruss zum Ausdruck bringt) oder mit „Der Granatapfelgarten“ von Ilgar Najaf, einem der seltenen Filme, die heute aus Aserbaidschan kommen, der Rohstoffdespotie am Kaspischen Meer.
Noch immer sind die meisten der Länder, aus denen in ­Cottbus neue Filme zu sehen sind, durch ihren Bezug zur früheren Sowjetunion verbunden, zugleich setzen sich überall westeuropäische Standards durch. Dazwischen suchen Menschen nach einem Auskommen, wie die alleinerziehende Mutter in dem albanischen Film „Tagesanbruch“, die eine alte Frau pflegt und deren Wohnung übernimmt.
Ein Schwerpunkt gilt in diesem Jahr Weißrussland, dem ­vielleicht am stärksten in postsowjetischer Zeit verhafteten Land Osteuropas. Empfehlenswert ist wie jedes Jahr auch die Reihe „Nationale Hits“, zum Beispiel mit „Spacewalker“, der russischen Antwort auf „Gravity“, oder mit „Servant of the People“ aus der Ukraine, in dem in satirischer Form, aber ­bedrängend lebensnah die Verhältnisse in einer Oligarchie aufs Korn genommen werden. Der Weg nach Cottbus lohnt sich wieder einmal.BR
Filmfestival Cottbus
7.–12.11., www.filmfestivalcottbus.de

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