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Machiko’s Kitchen: Bibimbap in der Kino-Kantine

Noch gibt es in Berlin Freiräume, um den Traum einer eigenen Gastronomie zu leben: der wunderbare Mittagstisch von Machiko Akazawa im Neuköllner Wolf Kino
Text: Marianne Rennella
Veröffentlicht am: 03.06.2026
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Machiko-Lunch im Wolf Kino Foto: Marianne Rennella  © Marianne Rennella

Machiko Akazawa beschreibt es in etwa so wie das Leben in einer WG. Sie betreibt den Mittagstisch im so charmanten wie für seine cineastische Handschrift gerühmten Neuköllner Wolf Kino: ein festes Menü aus vier japanischen Gerichten, erhältlich von Montag bis Freitag in der Lobby des Kinos, täglich frisch gekocht. Das Kino, das sich bereits beim ersten Besuch anfühlt wie eine Familie, bekam sozusagen ein weiteres Familienmitglied. Aber wie das so ist in Familien, sagt Machiko Akazawa, „es braucht sehr viel gute Kommunikation. Wer bezahlt was, wer reinigt was, wer kümmert sich um was.“

Weil beide Seiten aber so bemüht seien, aufeinander zuzugehen, hätte die Zusammenarbeit zu einem Synergieeffekt geführt: Die schöne Kino-Lobby wird seitdem auch tagsüber genutzt und Akazawa bekam die niederschwellige Möglichkeit, eine eigene Gastronomie und eine eigene kulinarische Handschrift aufzubauen.

Das Bibimpap ist das Mittagstisch-Nonplusultra

Mit genau dieser Vision kam die gelernte Köchin vor zehn Jahren aus Japan nach Berlin. Und erlebte in den 2010er-Jahren eine entdeckungshungrige Stadt, in der eine zeitgemäße, aber alltägliche japanische Küche noch unterrepräsentiert war. Zu einer Weihnachtsfeier im Broschek – einer wunderbaren Bar, die leider Ende des Jahres schließen wird – brachte sie selbstgemachtes Sushi mit. „Der Besitzer war begeistert und fragte mich, ob ich nicht ab und zu Essen im Broschek servieren wolle.“ 2017 war so ihr erstes Pop-up geboren. Dann kam das Wolf Kino auf sie zu.

Bestseller ist das – zugegeben eigentlich koreanische – Bibimbap: frisch, bunt, delikat, getoppt mit ihrem hausgemachten veganen Kimchi, das auch glasweise verkauft wird. Akazawas eigenes Lieblingsgericht ist aber der Tantan Udon Salat, der dank leichter Sesamsoße, viel frischem und fermentiertem Gemüse, Szechuanpfeffer, hausgemachtem Chiliöl und einem Berg Koriander so ziemlich das Beste ist, was man sich zum Mittag vorstellen kann. „Meine Kantine im Kino ist ein Ort für die Pause. Das möchte ich auch mit meinem Essen widerspiegeln. Die Teller sollen erholsam sein – also Gemüsegerichte, die die Energie wecken, die unkompliziert und nährreich sind,“ so die Japanerin.

Trotz (oder gerade wegen) des gleichbleibenden Menüs kämen viele Menschen aus dem Kiez mindestens wöchentlich zum Lunch. Die Schnittmenge zum Kinopublikum sei gar nicht mal so groß, so Akazawa: „Hier werden ja spezielle Filme gezeigt, deswegen kommen die Leute dafür aus ganz Berlin her.“ Sie selbst gehe auch gerne ins Kino, habe aber leider keine Zeit mehr dafür. Denn inzwischen hat sie sich dank ihrer Kinokantinenkompetenz den Traum eines komplett eigenen Ladens erfüllt: das Machiko, eine unkomplizierte japanische Gastrobar in der Kollwitzstraße in Prenzlauer Berg.

Machiko‘s Kitchen im Wolf Kino, Weserstr. 59, Neukölln, Mo–Fr 12 bis 16 Uhr, mehr Infos hier

Machiko Sake.Shochu.Bites Kollwitzstr. 97, Prenzlauer Berg, Mi–Sa ab 18 Uhr, mehr Infos hier


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