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Senf dazu: High Noon

Lunch ist völlig unterschätzt. Ein Plädoyer für die Mittagspause, mit allem, was dazugehört – ein Kommentar
Text: Clemens Niedenthal
Veröffentlicht am: 25.03.2026
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Wir sind ein Volk der Prepper. Und damit meine ich jetzt nicht die Konservendosen, Wasserkanister und das Kurbelradio, im Keller eingelagert für den Kriegsfall oder ein klimabedingtes Hochwasser der Spree. Ich meine die Dosen voller Bulgursalate und belegter Brote, die morgens mit uns ins Büro pendeln. Oder an die Werkbank.

Dagegen ist nichts einzuwenden. Zumal, wenn man zuhause frisch und gesund kocht. Und doch: Unter kulinarischen, aber auch kommunikativen Gesichtspunkten könnten wir die Mittagspause etwas ernster nehmen. Wir könnten sie zelebrieren. Mit guten Freund:innen etwa, die sich ja oft auch im Kollegenkreis finden. Das Lunch als ein bewusst gesetztes Highlight des Tages, an dem nicht nur der Magen satt werden darf. Neues kennenlernen. Oder sich in die gewohnt herzliche Gastfreundschaft des Lieblingsitalieners fallen lassen. Und, ach, was das Neue angeht, findet sich bereits auf der kommenden Seite ein toller Tipp: Austern schlürfen in der Mittagspause – das Volk auf der Brunnenstraße serviert ausgezeichnetes Seafood nun auch zum Lunch. Im Wedding kehrt die Theke der Michelberger-Familie am 23. März aus der Winterpause zurück. Und das Strohschweinschnitzel in der Hafenküche am Rummelsburger See ist mein Stammessen, wenn ich im Homeoffice bin. Gerade dann nämlich schätze ich es ungemein, immerhin beim Essen unter Menschen zu sein.


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