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Comeback des Jahres: Berlin kriegt nicht genug von Softeis

Der Sommer und erfrischende Eiscreme gehören einfach zusammen. In diesem Jahr gibt es allerdings ein besonderes Comeback
Text: Marianne Rennella
Veröffentlicht am: 11.08.2026
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Heumilch, braune Butter, Kardamom: softes Spektakel im Common auf der Karl-Marx-Straße. © Marianne Rennella

Diesen Sommer ist es also soweit: Berlin isst Softeis! Immer mehr Eisdielen eröffnen, Cafés und Bäckereien haben auf einmal eine Softeismaschine und auf dem Wochenmarkt meines Vertrauens gibt es einen Softeisstand. Plötzlich ist Affogato mit Softeis ein Ding. Aber eins nach dem anderen.

Bevor wir nämlich genauer über Softeis sprechen, möchten wir dieses definitorisch von „normalem“ Eis abgrenzen. Wie es der Name bereits vermuten lässt, handelt es sich um eine besonders weiche Art, Speiseeis zuzubereiten. Wichtigstes Merkmal ist das frische Zapfen aus einer speziellen Eismaschine, in der die Grundzutaten Milch, Zucker und mögliche Aromen – die Klassiker sind Vanille und Schokolade – permanent vermischt und gleichzeitig runtergekühlt werden. Während des Gefrierens wird Luft eingearbeitet, dadurch bekommt das Softeis diese cremige, lockere Konsistenz.

In den 1950er-Jahren kam das Milcheis aus den USA nach Deutschland und verbreitete sich sowohl in West- als auch in Ostdeutschland. Dass das Land geteilt war, spiegelte sich auch im Softeis wider: Weil im Osten Pumpen zur Luftanreicherung fehlten, war das Eis dort härter als im Westen.

Softeis aus Brandenburg und Neuseeland

Heute ist das Softeis sowieso überall anders. Zum einen, weil Softeis keine feststehende Rezeptur hat. Vor allem liegt es daran, dass viele gute Leute sich viele gute Kreationen überlegt haben. Einer von ihnen ist Maximilian Korrenz-Lemke. In seinem Café Common mit eigener (Pizza-)Bäckerei an der Karl-Marx-Straße macht er neuerdings auch Softeis und serviert dieses auf dem Silbertablett in flachen, eleganten Eisschalen, oder im Espresso als Affogato. Statt diesem Trend zu folgen, zählt er zu denjenigen, die ihn setzen. Und die Messlatte gleich dazu, und zwar ganz hoch.

Für sein Softeis verwendet Korrenz-Lemke Vollmilch vom Brandenburger Luisenhof, braune Butter und – Kardamom. Wohl dosiert, wunderbar abgeschmeckt, ist sein Softeis wortwörtlich zum Dahinschmelzen. Für das Abendgeschäft kreierte er eine noch edlere Sorte: Waldmeister von der Michelberg Farm, eingearbeitet in die Masse und drüber geträufelt als Öl, dazu die braune Butternote, wow.

Wahrhaftig wow ist auch die „Real Fruit Ice Cream“ von den Gründern von Serve, die ein neuseeländisches Eisrezept an den Kollwitzmarkt brachten und damit die Berliner Softeislandschaft deutlich diverser machen. In ihrem minikleinen, mobilen Eisstand passiert Großes: Die Zutaten werden in eine Eismaschine gegeben – ich entscheide mich für Frozen Yogurt und Erdbeere – und durch eine Art Fleischwolf, beziehungsweise Eiswolf gedreht, sodass sich Frucht und Basis vermischen. Das Softeis von Serve schmeckt genau so wie vermutet: nach dem Erdbeereis, das meine Oma damals in ihrem Kleingarten für mich machte. So einfach, so gut, dafür fahre ich gerne nach Prenzlauer Berg.

Von dort ist es auch nicht mehr weit zu zwei weiteren Softeisadressen. Die Bäckerei Sofi in Mitte stellte kürzlich eine Eismaschine in ihre Bäckerei und verhalf so dem Softeis-Affogato zu mehr Bekanntheit. In Friedrichshain eröffnete Anfang Mai die dänische Softeisdiele Slik Mig, in der man, wie es in Dänemark typisch ist, allerlei bunte Streusel und Toppings auf das Softeis bekommt. Ich glaube, auch in Berlin wird aus Softeistrend bald Softeistradition.

Hier gibt es das beste Softeis in Berlin:

Common Karl-Marx-Str. 176, Neukölln, Mi–Fr 8–16 + 18–22.30 Uhr, Sa 9–16 + 18–22.30 Uhr, So 9–20 Uhr, bei Instagram
Serve immer samstags auf dem Wochenmarkt am Kollwitzplatz, Prenzlauer Berg, bei Instagram
Sofi Bakery Sophienstr. 21, Mitte, Mo–Fr 7.30–18.30 Uhr, Sa+So 8.30–17.30 Uhr, mehr Infos hier
Slik Mig Proskauer Str. 4, Friedrichshain, Mo–Fr 14–19 Uhr, Sa+So 13–19 Uhr, bei Instagram


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