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Kommentar: Berlin isst weiblich

Gastronomiepreise werden zunehmend wieder nur an Männer verliehen. Die Chef:in-Awards überkommen diese Klischees. Unter den Gewinnerinnen sind auch einige hervorragende Gastronominnen aus Berlin dabei
Text: Clemens Niedenthal
Veröffentlicht am: 23.09.2026
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Bei den Chef:in Awards wurden einige Berliner Gastronominnen ausgezeichnet. Herzlichen Glückwunsch! © Antonios Mitsopoulos / Claudia Goedke / Grill Royal / Katja Hiendlmayer
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Das kulinarische Berlin hat Grund zum Feiern. Und mehr noch die kulinarischen Berlinerinnen. Erstmals nämlich wurden Ende September die Chef:in Awards verliehen, die ganz unbedingt als Kritik an anderen, zunehmend wieder in überkommende Rollenklischees zurückfallenden Gastronomie-Preise verstanden werden sollen.

Man denke nur an die diesjährige Verleihung der Michelin-Sterne in Frankfurt: Männerbünde unter sich, mal kumpelhaft, mal großkotzig. Schulterklopfen. Auf die eigene Brust hauen. Und kein Wort über all die misogynen Küchenskandale von Christian Jürgens (Alte Überfahrt) bis Reni Redzep (Noma). Ach ja: Von 339 Sterneküchen in Deutschland werden nur 15 von einer Frau geführt.

Chef:in-Awards gehen unter anderem an Berliner Gastronominnen

Von acht in Deutschland vergebenen Chef:in Awards wiederum gingen fünf nach Berlin. Für Preisträgerin Ilona Scholl aus dem Tulus Lotrek (Beste Gastgeberin) ist das auch ein Auftrag, „dieses besondere Mikroklima, das das gastronomische Berlin noch immer haben kann, in die Republik zu tragen“. Wer übrigens mehr von ihr hören möchte, kann den schönen Podcast „Tulus – Die Geschichte eines Restaurants“ abrufen.

Die Auszeichnung als beste Küchenchefin teilen sich gleich zwei Berlinerinnen: Sarah Hallmann (Hallmann & Klee) und Julia Leitner (Coda Dessert Dining), beste Sommeliere wurde Nancy Großmann aus dem Grill Royal, beste Bartenderin die wunderbare Maria Gorbatschova aus der Green Door Bar. Herzlichen Glückwunsch!


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