Ins Nyde kommen wir für den Kaffee – und für das Interieur

Eigentlich wollten die Vermieter gar kein Café in ihrem schönen Ecklokal an der Belziger Straße haben, aber dann überzeugte sie das Konzept von Antonia Wagner doch. Wer das Nyde heute betritt, versteht warum. Ein Jahr verging zwischen dem Baubeginn und der Eröffnung Mitte Juli. Die gelernte Tischlerin baute die großzügigen Räumlichkeiten selbst aus und nutzte ihren Traum vom Café gleichzeitig für ein vorerst letztes Tischlerprojekt.
Das Nyde Café lohnt sich auch am Abend
Die Wandschränke aus dunklem Holz mit Glastüren sind ein absoluter Hingucker und reichen bis unter die hohe Altbaudecke. Darin stehen schöne Vasen, Gläser und Matrjoschkas, von hinten leuchtet ein warmes Licht die Schränke aus. Der halbrunde, lila geflieste Tresen fällt durch seine aus Beton gegossene Oberfläche und die Zapfsäulen aus glänzendem Edelstahl auf, die zur schicken Kaffeemaschine „sotto banco“, sprich „unterm Tresen“, gehören. Statt einer großen Siebträgermaschine wollte Wagner zwischen Gast und Barista lieber Platz haben für Interaktion. Der Kaffee ist übrigens hervorragend, genau wie die Croissants, die von der Bäckerei Johann ein paar Straßen weiter kommen.
Auch abends lohnt es sich vorbeizukommen, denn die Weinkarte ist klein und fein und die Westsonne scheint dann auf die nette Ecke der äußerst ruhigen Fahrradstraße. Man blickt direkt auf die Sicherungsstelle der Polizei, die sich in einem dafür viel zu charmanten Backsteingebäude befindet.