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Johannisbeerroter Sommer: Vier perfekte Picknick-Rezepte

Marvie Lingenberg ist eine junge Köchin aus Berlin, gelernt hat sie bei Tim Raue. Statt aber in einer Restaurantküche zu schwitzen, sitzt sie lieber im Park – um für uns ein herrliches Picknick anzurichten, das man wunderbar nachmachen kann. Viel Spaß mit diesen sommerlichen Rezepten!
Text: Charlotte Knörzer
Veröffentlicht am: 31.07.2026
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Marvie Lingenberg tischt auf: Die junge Köchin hat ein farbenfrohes Picknick vorbereitet. © Foto: Clemens Niedenthal

Johannisbeer-Hibiskus-Spritz

Johannesbeeren, Hibiskustee und Rosa Pfeffer: Diesen hervorragenden Spritz kann man auch ohne Alokohol genießen. Foto: Clemens Niedenthal © Foto: Clemens Niedenthal

Den Johannisbeer-Hibiskus-Mix zu Hause ansetzen, kalt stellen und in eine Flasche füllen. Im Park nur noch mit Mineralwasser auffüllen – oder mit Crémant, je nachdem, wie der Nachmittag läuft.

Für ca. 2 Liter | Zubereitungszeit: ca. 15 Minuten, zuzüglich Abkühlzeit

500 ml ­roter Johannisbeersaft
500 ml starker Hibiskustee
Saft und Abrieb von 2 Bio-Zitronen
2 TL rosa Pfeffer
3 EL Ahornsirup
Eiswürfel
Mineralwasser/Crémant

Hibiskustee mit zerstoßenem rosa Pfeffer und Zitronenabrieb aufbrühen, 15 Minuten ziehen lassen, abseihen und abkühlen lassen. Mit Johannisbeersaft, Zitronensaft und Ahornsirup verrühren. Gläser zur Hälfte mit der Mixtur füllen, Eiswürfel hinzugeben, und mit Mineralwasser oder Crémant auffüllen.


Brombeer-Tarte-Tatin mit Estragon und Limetten-Crème-fraîche

Bei diesem sommerliches Dessert werden Brombeeren mit Estragon verfeinert © Foto: Clemens Niedenthal

Die Tarte lässt sich gut vorbereiten und schmeckt auch kalt. Estragon hält die süße Brombeeren ein bisschen in Schach, die Limetten-Crème-fraîche kommt in ein separates Glas.

Für 6–8 Personen | Zubereitungszeit: ca. 45 Minuten | Für eine Tarteform mit 30 cm Durchmesser

Brombeer-­Tarte-Tatin

500 g Brombeeren
2 EL Speisestärke
120 g Zucker
30 g Butter
1 Rolle Mürbeteig (300g)
6 Zweige Estragon
Saft und Abrieb von 1 Zitrone

Limetten-Crème-fraîche

200 g Crème fraîche
Abrieb von 1 Bio-Limette
1 TL Limettensaft
1 EL Puderzucker

Auf der Tarte landet vor dem Servieren noch eine Nocke Limetten-Crème-fraîche © Foto: Clemens Niedenthal

Backofen auf 200 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Zwei Drittel der Brombeeren mit Speisestärke, Zitronensaft und -abrieb vermengen. Zucker in einer ofenfesten Pfanne oder Tarteform karamellisieren. Butter, Brombeeren und gehackte Estragonblätter hinzufügen. Den Mürbeteig auflegen, die Ränder nach innen einschlagen und den Teig mit einer Gabel mehrfach einstechen. Etwa 25 Minuten goldbraun backen. Kurz ruhen lassen, anschließend etwaige Flüssigkeit abgießen. Vorsichtig stürzen und mit den restlichen Brombeeren belegen. Überschüssige Flüssigkeit einreduzieren und über die Tarte geben. Für die Limetten-Crème-fraîche alle Zutaten glatt verrühren und zur warmen Tarte servieren. Nach Belieben mit Estragonblättern, Meersalz und etwas Olivenöl vollenden.


Tomaten-Aprikosen-Salat mit Vanille

Marinierte Tomaten mit Aprikosen und Vanille, dazu geröstete Mandeln und Basilikum: Marvie Lingenbergs genial einfacher Salat © Foto: Clemens Niedenthal

Tomaten und Aprikosen haben gleichzeitig Saison, also landen sie zusammen in der Schüssel. Die Vanille gibt dem Salat einen frischen Twist und gleichzeitig edlen Geschmack.

Für 4 Personen | Zubereitungszeit 25 Minuten, zuzüglich Zeit für die Tomatenessenz

Tomatenessenz

800 g Strauchtomaten
1 EL Honig
Weißweinessig und Salz zum Abschmecken

Salat

600 g Kirschtomaten
6 Aprikosen
1 Bund Basilikum
60g Mandeln
Olivenöl

Tomatenmarinade

4 EL Olivenöl
2 EL Weißweinessig
Mark von 1 Vanilleschote
1 TL Honig
Salz und Pfeffer

Für die Tomatenessenz die Strauchtomaten grob schneiden, salzen, pürieren und mit Basilikumstängeln in einem Passiertuch (oder Leinentuch) im Kühlschrank abtropfen lassen. Mit Honig, Weißweinessig und Salz abschmecken und kaltstellen.

Die Kirschtomaten kreuzweise einschneiden, kurz blanchieren, abschrecken und häuten. Mit Olivenöl, Weißweinessig, Vanillemark, Honig, Salz und Pfeffer über Nacht marinieren. Die Aprikosen vierteln, Mandeln rösten und grob hacken. Tomaten und Aprikosen anrichten, kalte Tomatenessenz angießen und mit Basilikum, Mandeln und Olivenöl vollenden.


Trio aus Spießen

Spieße dreierlei: Gegrillter Mais mit Chimichurri, Zucchini mit Feta und Melone mit Gurke und Pistazie © Foto: Clemens Niedenthal

Spieße sind fürs Picknick ziemlich unschlagbar: kein Besteck, wenig Kleckern und frei kombinierbar. Hier kommen verschiedene Kräuter, Gemüse, Obst und Käse auf den Spieß.

Appetizer für 4 Personen | Zubereitungszeit: ca. 30–45 Minuten

Mais-Spieße (6–8 Stück)

2 Maiskolben, gekocht oder roh
½ Bund Petersilie
½ Bund Koriander
½ Bund Minze
½ Knoblauchzehe
1 rote Peperoni
100 ml Olivenöl
Saft und Abrieb von 2 Limetten
80 g Pecorino
Salz und Pfeffer

Zucchini-Spieße (ca. 12 Stück)


1 Zucchini
200 g Feta
12 grüne Oliven
1 Glas eingelegte Perlzwiebeln
Zitronensaft
Olivenöl
Salz und Pfeffer

Gurken-Spieße (ca. 12 Stück)


½ Salatgurke
½ Galia-Melone
30 g Pistazien
3–5 Zweige Minze
Zitronensaft
Olivenöl
Meersalz

Für das Chimichurri Petersilie, Koriander, Minze, Knoblauch und Peperoni fein hacken. Mit Olivenöl, Limettensaft und -abrieb verrühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Die Maiskolben grillen oder in einer Grillpfanne rösten und in etwa 5cm dicke Stücke schneiden. Rohe Maiskolben vorher 15–20 Minuten in Wasser mit etwas Zucker und Salz köcheln lassen. Die Zucchini längs an allen vier Seiten bis zum Kerngehäuse in dünne, Bänder hobeln. Gurke und Melone in mundgerechte Stücke, Würfel, Rauten oder mit einem Parisienne-Ausstecher in Kugeln schneiden. Pistazien rösten und grob hacken, Minzblätter abzupfen. Die Maisstücke mit Chimichurri bestreichen und mit geriebenem Pecorino bedecken.

Marvie Lingenberg

Die gebürtige Berlinerin lernte bei Tim Raue und war Teil des Studio Remi. Uns hat sie zum Picknick eingeladen,
mit frischen, farbenfrohen Gerichten.

2023 beendete Marvie Lingenberg im Restaurant Tim Raue ihre Ausbildung, danach ging es für die gebürtige Berlinerin ins Restaurant Remi in der Torstraße. Dort lernte sie das Handwerk noch einmal neu. Abgeschmeckt wird mit der Zunge, neue Gerichte werden intuitiv entwickelt, gekocht wird so saisonal und regional wie möglich, vom Feld auf den Tisch. Verarbeitet werden Produkte vom Wochenmarkt, frische Kräuter und essbare Blüten. Dennoch ist Marvie Lingenbergs Stil bis heute geprägt von der Sternegastronomie. Die Optik bleibt aber bewusst unaufgeregt und auf das Wesentliche reduziert. Teller, die so aussehen sollen, wie sie später schmecken.

Gemeinsam mit ihrem ehemaligen Arbeitgeber hatte sie das Studio Remi gegründet, für Catering-Anfragen und besondere kulinarische Projekte. Ob Private Dinner oder ein Geburtstags-Picknick im Park, Marvie Lingenberg freut sich über Anfragen ob für größere oder ganz kleine Gesellschaften. Für den TipBerlin hat sie drei picknicktaugliche Rezepte für einen großartigen August entwickelt. Alle Gerichte lassen sich unkompliziert zu Hause vorbereiten und können dann beim sommerlichen Picknick mit guten Freund:innen genossen werden.

[email protected]
Bei Instagram: Marvielingenberg


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