Soul-Pop

Fougue im Prachtwerk

Im Alleingang: Der Neuberliner Fougue ist Stammgast auf Open Stages

Berlin mag nun drittteuerste Wohnstadt des Landes sein. Doch das hält Musiker nicht ab, hier ihr Glück zu suchen. Florian Berger etwa, kurz: Fougue, hat unlängst stolz ein Foto von sich vor dem Brandenburger Tor auf Facebook gepostet. Daraufhin wollten Anhänger aus der alten Heimat wissen, wie lang das Berlin-Abenteuer denn dauern soll? Antwort: offenes Ende. Im bilingualen Fribourg war der 26-Jährige gut eingeführt, man kannte ihn als Soulpop-Talent und als Musiker der lokalen Blues-Brothers-Revival-Band, die Presse lobte ihn als „Schweizer Antwort auf Adele“.
Der angehende Lehrer stemmt die Musik im Alleingang: das Schreiben der Songs, die er mal akustisch am Piano umsetzt, mal in Bläserarrangements hüllt, von ihm stammen Video­inszenierungen und die Cover-Gestaltung seiner Debüt-EP „Rules of the Game“. Das Handgemachte trägt zum Charme des Sängers bei, den es mit seinem schweren Timbre auch in Richtung TV-Castingshow ziehen könnte. Fougue aber ist die Ochsentour lieber: sich ein Livepublikum aufzubauen, interessante Support-Termine zuzusagen – in Bern etwa für Jamie Lidell – und viel zu singen. In Berlins Open-Stage-Szene kann man ihn regelmäßig erleben, dort macht der Neuberliner seinem Künstlernamen – „fougue“ heißt in seiner zweiten Muttersprache so viel wie „stürmisch“ – alle Ehre.

Prachtwerk, Ganghoferstr. 2, Neukölln, Mi, 26.4., 20 Uhr; Dodo Bar, Großbeerenstr. 32, Kreuzberg, Fr 28.4., 20 Uhr