Brandenburg

Fünf kulinarische Orte im Nordosten von Berlin

Wer in Brandenburg unterwegs ist will auch gut essen. Der Nordosten bietet einige Möglichkeiten: Gutshöfe, Apfel-Delikatessen, Hofwirtschaften und Waldschenken. Fünf Empfehlungen

Kleine Hofwirtschaft, Foto Clemens Niedenthal

Gutshof Kraatz
Eigentlich hatten sich Florian Profitlich und Edda Müller in dieses Gebäudeensemble verguckt. Und es mit historischem Bewusstsein und ökologischer Verantwortung zu einer zudem feinsinnig möblierten Unterkunft für saumselige Großstädter*innen gemacht. Einmal in der Nordwestuckermark angekommen, entdeckten sie dann ihre Liebe für die umliegenden Streuobstwiesen. Ihre Säfte (und Weine) sind für uns die besten Brandenburgs. Die zugehörige Weinschenke setzt auf kulinarische Themenabende (donnerstags Piroggi, freitags Pizza) und regionale Vesperküche. Naturbelassener Gastgarten.
Gutshof Kraatz 17291 Nordwestuckermark, OT Kraatz, Schloßstr. 7, Do+Fr 14–21 Uhr, Sa 9–21 Uhr, So 9–18 Uhr, www.gutshof-kraatz.de


Haus Lichtenhain
Daisy Gräfin von Arnim wollte in der wenig bevölkerten Uckermark etwas bewegen und entdeckte den Apfel als, nun ja, passendes Medium. Die unterschiedlichsten Apfel-Delikatessen bietet die Apfelgräfin, wie sie längst genannt wird, in ihrem Hofladen an. Im Herbst könnte man auch eigene Äpfel vor Ort zu Apfelsaft mosten lassen. Im Haus Lichtenhain, dem Domizil der von Arnims, werden zudem vier liebevoll eingerichtete Ferienwohnungen vermietet. Außerdem, gibt es dort das, na klar, Apfelcafé. Haus Lichtenhain 17268 Boitzenburger Land, OT Lichtenhain, Lichtenhain 25, Mo – Sa 13 –17 Uhr (April–Oktober) www.die-apfelgraefin.de, www.haus-lichtenhain.de


Foto: Hirofume Abe

Der große Garten
Der große Garten gehörte mal zu einem Schloss. Später, in der DDR, war er eine Gärtnerei, die sogar das KaDeWe beliefert hat. Noch später hat Filmemacherin Lola Randl das Areal gekauft, für eine utopische Gesellschaftsstudie, die sie in „Von Bienen und Blumen“ in Spielfilmlänge dokumentiert hat. Die Versuchsanordnung: Städter scheitern am Landleben. Inzwischen klappt der große Garten aber ganz gut. Es gibt ein Café, eine Fischräucherei, die Permagärtnerei Ilse Hans und das Paradieschen, eine Bar. Ab diesem Sommer kommen noch Gästezimmer dazu. Außenstelle des kulinarischen Berliner Undergrounds.
Der große Garten 17268 Gerswalde, Dorfmitte 11, Sa+So ab 11 Uhr, www.dergrossegarten.de


Kleine Hofwirtschaft
Die Kleine Hofwirtschaft heißt so, weil sie genau das ist: ein am Wochenende (und freitags) geöffneter Ausschank und überwiegende Gartenlokalität, in der eine regionale und saisonale Küche geboten wird. Verarbeitet werden die Ernte aus dem Garten und Frisches vom Jäger oder Fischer. Uns gefiel die Dicke Rippe, geschmort und kurz angebraten, mit Wildblütensalat. Also ab aufs Rad und in die Schorfheide, von Chorin, Templin oder Groß Schönebeck finden sich feine Wege. Betrieben wird die Hofwirtschaft von Antje und Maik, die zuvor die Gaststätte zur Eisenbahn in Ringenwalde geführt haben.
Kleine Hofwirtschaft 17268 Milmersdorf, OT Petersdorf, Petersdorf 8a, Mai– Oktober Fr –So ab 11 Uhr und nach Vereinbarung, www.kleine-hofwirtschaft.de


Waldschenke am Baa-See
Die Waldschenke mit Blick auf den Baa-See ist umgeben vom hügeligen bis bergigen Märkisch-Oderland. In den warmen Monaten sitzt man auf schweren Holzbänken im Biergarten, trinkt Bier und/oder mampft den hausgemachten Blech­kuchen. Im Winter lädt die urige, holzvertäfelte Stube zum Aufwärmen ein. Es gibt ein Kaminfeuer, Live-Musik vom Akkordeon und herrlich deftige Wildschweingerichte. Kurzum: Ein Ort, wie er weiter weg vom Prenzlauer-Berg- oder Mitte-Gefühl kaum sein könnte. Auch und gerade dafür lieben wir die Waldschenke.
Waldschenke am Baa-See 16259 Bad Freienwalde, Sonnenburg, Do–So 12–18 Uhr (April–September)

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