Essen & Trinken in Berlin

Berlin und seine Dachterrassen

Wer nicht genug von der Sonne kriegen kann, kommt ihr einfach ein Stückchen näher:
Auf diesen Berliner Dachterrassen wird gegessen, getrunken, gechillt und getanzt­

klunkerkranich

Mit dem Fahrstuhl geht es aus dem Erd­geschoss der Neukölln Arcaden nach oben. Durch die verschiedenen Ebenen des Centers und die unteren Parkdecks. Auf Deck fünf öffnet sich die Tür und es geht zu Fuß über die letzte Parkhausschnecke aufs oberste Deck, mit weitem Blick über Neukölln, und dennoch gefühlt weit weg vom Getümmel der Shopping-Mall und der Karl-Marx-Straße. Im Juni 2013 war anlässlich des „48 Stunden Neukölln“-Festivals erstmals geöffnet, mit Kunst-Performances, Livemusik und DJs, Events, die auch in Zukunft regelmäßig stattfinden sollen. „Das oberste Parkdeck war schon seit Jahren ein inoffizieller Treffpunkt zum Abhängen, es wurde vom Einkaufszentrum nicht genutzt“, so Robin Schellenberg, einer der Macher. Er betreibt bereits gemeinsam mit Dorle Martinek das Fuchs und Elster in der Weserstraße.

Der dritte im Bunde der Klunkerkranich-Betreiber ist Dorian Mazurek vom Label Klangsucht, Veranstalter unter anderem des „Reisen macht den Kopf frei-Festivals und ehemaliger Chef des Clubs WYSIWYG in Friedrichshain. „Dorian hatte die Idee, hier oben was zu machen, schon vor drei Jahren, war dann aber immer zu beschäftigt mit anderen Projekten. Wir haben ihn letzten Sommer kennengelernt, bei einer Party, die wir im WYSIWYG veranstaltet haben, und da­r­auf­hin beschlossen, den Klunkerkranich gemeinsam zu starten“, erzählt Schellenberg. Die Idee: Eine Location, die nicht nur die üblichen Nachtschwärmer anzieht, weil sie auch tagsüber geöffnet ist. Und weil sie, auch durch die Lage über den Arcaden, wo sich nicht nur das hippe Feierpublikum, sondern ganz Neukölln trifft, ein Anziehungspunkt für alle sein soll. 1000 Quadratmeter Holz werden auf dem Parkdeck verbaut, ein Dachgarten angelegt. Dort wachsen in Zukunft etwa auch Kräuter wie Absinthkraut, Thymian oder Oregano, die in den Cocktails der Dachbar Verwendung finden. Tagsüber liegt der Schwerpunkt dagegen auf Kaffee und frischen Säften. Das Klunkerkranich-Restaurant setzt auf Fusion­küche mit spanischen Akzenten.

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Getafelt wird gemeinschaftlich: „Ein Zimmermann aus unserem Team hat 30 Tische gebaut, davon zehn extragroße – weil wir selbst es schön finden, in größeren Gruppen zu essen.“ Überhaupt ist Gemeinschaft im Kranich wichtig, daher auch der Name: „Der Klunkerkranich ist ein Vogel, der nur in der warmen Jahreszeit ausfliegt, so wie wir, denn natürlich ist das hier verstärkt eine Sommerlocation. Außerdem vollführt er Gruppentänze zur Stärkung der Gemeinschaft, nicht nur als Balzritual“, erklärt Robin Schellenberg lachend.

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Mitte hat zweifelsohne die höchste Dachterrassen-Dichte. Auch in der Nähe des Potsdamer Platzes wird im 40 Seconds in acht Stockwerken Höhe mit gleich zwei Dachterrassen gefeiert. Und am Alexanderplatz residiert im 12. und 15. Stock des Haus des Reisens das Weekend. „Die Dachterrasse ist immer offen, wenn es das Wetter zulässt. Das ist einer der wichtigsten Anziehungspunkte für unsere Gäste“, erklärt Robert Protzmann vom Club. Ab diesem Sommer sogar sieben Tage die Woche: Montags findet jetzt der Rooftop Monday statt, und das bereits ab 19 Uhr. An anderen Tagen kommen Gäste eher erst bei Nacht in den Genuss der Aussicht.

Im Gegensatz zum Klunkerkranich, der sich als Dachgarten und Veranstaltungslocation versteht, transportierte das Deck 5 vor sieben Jahren das bewährte Konzept der Strandbar einfach ein paar Meter weiter nach oben, aufs Parkdeck der Schönhauser Allee Arcaden. „Wir sind hier 63 Meter über Normalnull, das ist für Berlin gar nicht so wenig“, lacht Sprecher Alfred Harlander, „der Kreuzberg ist auch nur 66 Meter hoch.“ Dieses Jahr gibt es zusätzlich zu Cocktails im Liegestuhl im Sand ein erweitertes gastronomisches Angebot mit Grillgerichten, Flammkuchen und Süßem. Bei schönem Wetter ist die Sky Bar im Axel Hotel ein Geheimtipp mit spektakulärer Aussicht. Eigentlich ist sie nur für Hotelgäste gedacht, am Wochende dürfen auch auswerige Gäste den Ausblick genießen. Es gibt also gute Gründe für die in Berlin-Filmen fast schon obligatorische Dach-Szene, schöne Orte dafür gibt es schließlich genug.

Text: Lene Bayerlein

Fotos: Svea Pöstges (oben), Paula Bartczak

ADRESSEN:

40 Seconds

Gleich zwei Terrassen mit 70 und 35 Quadratmetern sorgen für umfassende Aussichten.
Potsdamer Straße 58, Tiergarten, Tel. 89 06 42 10, www.40seconds.de, Fr+Sa ab 23 Uhr

Amano Hotel Dachterrasse

Drinks wie Miss Paloma oder French 75 sorgen für Sommerlaune, bei Hotelgästen wie anderen Besuchern.
Augustraße 43, Mitte, Tel 809 41 50, www.amanogroup.de, Mo–Fr ab 16 Uhr, Sa+So ab 14 Uhr

Deck 5

Die höchste Strandbar Berlins liegt auf einem Parkdeck der Schönhauser Allee Arcaden.
Schönhauser Allee 79, Prenzlauer Berg, Tel. 0176-77 36 62 34, www.freiluftrebellen.de, Mo-Sa 10–24 Uhr, So 12-24 Uhr

Klunkerkranich

Über den Dächern von Neukölln eröffnet der Dachgarten mit Restaurant, Bar und Veranstaltungsprogramm.
Karl-Marx-Straße 66, Neukölln, www.klunkerkranich.de, tgl. 10–24 Uhr

Weekend

350 Quadratmeter Dachterrasse und große Namen im Booking machen den Club zum Anziehungspunkt sowohl für Touristen als auch Berliner.
Am Alexanderplatz 5, Mitte, Tel. 24 63 16 76, www.week-end-berlin.de, Öffnungszeiten je nach Veranstaltung

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