Kultur & Freizeit in Berlin

„Gentrifizierungs­feste Mitte“ von Stefanie Dörre

Erst kommen die Künstler und dann die Immobilienspekulanten. Diese Kurzformel stimmt faktisch leider allzu oft.


Am Ende müssen die Künstler aber oft selbst aus den von ihnen attraktiv gemachten Vierteln – „it‘s so awesome!“ – wegziehen, weil die Mieten für sie zu teuer werden.   
Doch bei diesem Projekt, initiiert von Künstlervereinen und Stiftungen, ist eine Wohnumfeldverbesserung eigentlich ausgeschlossen: Im Haus der Statistik sollen Wohnungen für 1000 Flüchtlinge und Künstleratelier entstehen. Das riesige, ziemlich runtergekommene Gebäude am Alexanderplatz steht seit 2008 leer. Zentraler geht‘s nicht, im Schatten des Fernsehturms können Künstler die Immobilienpreise nun wirklich nicht nach oben treiben, sondern nur nach unten. Und Flüchtlingsheime halten Immobilienhaie sowieso für Gift.
Dabei kann der Alex von so vielen interessanten, dort lebenden und arbeitenden Menschen nur profitieren. Die Ecke ist ja recht monothematisch (Shopping) bzw. tot (nach 20 Uhr). Der Atelierbeauftrage Florian Schmidt kämpft für das Projekt. Kulturstaatsekretär Tim Renner ist dafür. Bezirksbürgermeister Christian Hanke ebenfalls, er nennt die Pläne zur Schaffung einer „Gentrifizierungsfesten Insel“  im Stadtzentrum eine „einmalige Chance“. Und nun hat sich auch noch die Bezirksverordnetenversammlung Mitte dafür ausgesprochen. Recht haben sie. 2017 soll der Umbau fertig sein. Legt los!!!

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