Essen & Trinken in Berlin

Goldneun in Mitte

Das HBC gibt es nicht mehr. Jetzt geht es an gleicher Stelle mit dem Restaurant und der Bar mit dem Namen Goldneun weiter.

goldneun_c_sandra_wildeboer_hipiEs sollte ein dezenter Übergang werden. Die alten sowie die neuen Betreiber wollten gemeinsam ein neues Konzept auf die Beine stellen. Das HBC hat sich im Berliner Nachtleben mit einem viel schichtigen Kulturprogramm einen besonderen Stellenwert erarbeitet. Das HBC ist aber auch eine großzügige Immobilie, die erst mal lukrativ bespielt werden muss. Man wollte Kreativität und Kommerz unter einen Hut bringen. Nach monatelangen Gesprächen hat das nicht geklappt.

Nun also alles auf Anfang? Nicht ganz. Erst mal musste zwar ein neuer Name her. Goldneun heißen nun das Restaurant und die Bar im Ex-HBC. Doch bei der Inneneinrichtung hat sich nichts verändert. Die Stühle sind rot, die Tische weiß eingedeckt, die Betonlampen baumeln von der Decke, das Bild von Tina Winkhaus hängt an der Wand. Und auch Maxime Boillat steht immer noch an vorderster Front. Mit einem weinenden und lachenden Auge zwar. Er wirkt ein wenig bedrückt aufgrund des harten Endes, denn im Laufe der rund dreijährigen Spielzeit entwickelte sich eine Freundschaft zu den ehemaligen Betreibern. Doch trotz seiner Loyalität macht er beim Neuanfang engagiert mit – und die neue Küchencrew setzt bereits zu Beginn deutliche Akzente.

Berliner Küche ist die Devise, „aber auch Gerichte aus Deutschland“, soll es geben, versichert Matthias Eggert. Wer jetzt an Boulette, Eisbein und Co. denkt, der irrt. Schon der erste Blick in die Speisekarte lässt keinen Zweifel: Die Jungs haben Ehrgeiz. Jetzt stehen die Brüder Eggert, Matthias und Stefan, am Herd und werden von Patissier Phillip Simon unterstützt. Der hat wiederum im Facil bei Thomas Gläser gelernt, einem der besten Dessert-Spezialisten, die die Stadt zu bieten hat. Und was da auf den Tisch kommt ist Hauptstadtküche: klassische saisonale Zutaten werden zu zeitgemäßen Gerichten komponiert. Das Landei als Vorspeise ist nur ein Beweis der klaren Handschrift.

Da sitzt ein pochiertes und frittiertes Ei auf Erbspüree, dazu gibt es ein Büschel Sprossen sowie Karottenmousse. Das macht Lust auf mehr. Jedenfalls liest sich das Hauptgericht, Hirschkalb, rosa und knusprig, mit Gatower Kugel, einem Carpaccio von Birne Kaiserkrone und Steinpilzen, ziemlich vielversprechend. Und Maxime Boillat freut sich, dass er zu den Gerichten entsprechende Weine empfehlen kann. Und wie geht es weiter im Veranstaltungsort Ex-HBC? Im Kinosaal finden Konzerte statt, organisiert von der Agentur Palais Wittgenstein. Und sonst – man wird sehen.

Text: Eva-Maria Hilker

Foto: Sandra Wildeboer / HIPI

Goldneun Karl-Liebknecht-Straße 9, Mitte, Mi-Sa ab 19 Uhr, Tel. 25 79 38 95, www.goldneun.de

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