Musik & Party in Berlin

Graveyard im C-Club

Vorbild Siebziger: Die Band aus Schweden suhlt sich erfolgreich im Retro-Rock.

Graveyard

Eine Band namens Graveyard aus Göteborg kann eigentlich nur fies klingen. Schließlich gilt die Stadt als Brutstätte des Melodic Death-Metal. Tatsächlich tragen Graveyard dann auch lange Haare über verlebten Gesichtern, in denen sich allerdings statt grimmiger Mienen imposante Schnauzbärte breitmachen. Das deutet schon darauf hin, dass sie sich eher dem Rock der Siebziger verpflichtet fühlen. Aus der Stoner- und Doom-Ecke entstammend, stellt das Quartett unter Beweis, dass Black Sabbath und Led Zeppelin auch nach mehr als 40 Jahren nichts von ihrer Wirkmacht verloren haben. Denn mögen fuzzige Riffs und angesiffter Sound dieser Tage auch nicht mehr wirklich originell sein – über mangelnde Gegenliebe können sich Graveyard nicht beklagen. Ein Grund hierfür mag die vorbildliche Arbeitseinstellung der Schweden sein: In den fünf Jahren seit der Gründung haben sie bereits drei respektable Alben herausgebracht und sind kreuz und quer durch Europa sowie Übersee getourt. Illustre Shows im Vorprogramm von Motörhead, Deep Purple und Iron Maiden waren der Lohn für all die Mühe. Aber was heißt schon Mühe: „Wir schießen eher aus der Hüfte und spielen Sachen, die sich richtig anfühlen. Und was sich richtig anfühlt, das ist auch gut“, beschrieb Axel Sjöberg vor einigen Monaten die recht lockere Bandphilosophie. Die vier verzichten dabei auf jegliche Zukunftsentwürfe und richten den Blick stur auf den Kern des Rock-Pudels. „Wir sind nur dazu da zu unterhalten und großartige Musik abzuliefern.“ Punkt.

Text: Roy Fabian

Graveyard + Spiders, C-Club, Mi 19.12., 21 Uhr, VVK: 22 Euro zzgl. Gebühr

Foto: Anders Bergstedt

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