Berlin Art Week

Halil Altindere: Space Refugee im n.b.k.

Ganz großer Respekt gebührt Künstlern, die – obwohl es ihnen wohl möglich wäre, mit Stipendien und anderen Einladungen in bequemere Länder auszuwandern – in Staaten bleiben, in denen Kunst, Meinung und Presse nicht frei sind…

Halil Altındere, Production Shot, Ausstellung Space Refugee im Neuen Berliner Kunstverein, 2016 © Halil Altındere
Halil Altındere, Production Shot, Ausstellung Space Refugee im Neuen Berliner Kunstverein, 2016 © Halil Altındere

… wo sexuelle Identität und kulturelle Zugehörigkeit über Existenzen entscheiden, wo Kulturschaffende, Wissenschaftler und Journalisten schnell verhaftet werden, wo Krisen, bewaffnete Konflikte und Anschläge zum Alltag gehören. Respekt gebührt jenen, die unter solchen Bedingungen herausragende Kunst schaffen. Halil Altındere zählt zu ihnen.
Dem hiesigen Publikum ist der 1971 im kurdischen Madin nahe der syrischen Grenze geborenen Künstler von vielen Ausstellungen bekannt: bei Tanas, dem Projekt­raum des Kurators René Block, aus der Akademie der Künste und ihrer Ausstellung „Istanbul Next Wave“,  von der ­Documenta 2007 und der aktuellen Berlin Biennale. In der Summe dieser Ausstellungen hat sich die Bandbreite seines Werk dargeboten – das von einem echten Überfall auf eine Bank, bei der ein Gemälde gestohlen werden sollte, bis zu politischen Musik-Clips mit Rappern reicht, von Goldschmuck mit Zitaten der amerkanischen Anarchistin Emma Goldman bis zu Bildern eines Auftragsmalers, etwa einem Gemälde nach einem Pressefoto, das Erdoğan bei einem Besuch der türkischen Armee in den kurdischen Bergen zeigt. Jetzt stellt Halil Altındere im Neuen Berliner Kunstverein aus: Unter dem Titel „Space Refugee“ verhandelt er den Vorschlag, Europa solle, wenn es Flüchtlinge nicht haben will,  dem Emigranten eine Raummission zum Mars ermöglichen.

Aaltindere: Space Refugee n.b.k., Chausseestr. 128/129, Mitte, 15.9.–6.11., Di+Mi 12–18, Do 12–20, Fr–So 12–18 Uhr, Eintritt frei