Stadtleben und Kids in Berlin

Heiliger See

Es ist, als wären keine 230 Jahre vergangen, seit Friedrich Wilhelm II. im Neuen Garten mit seiner außerehelichen Herzensdame Wilhelmine Enke schwelgte.

Heiliger See
Foto: Matthias-Littwin/Kurier

Ein Hauch von Romantik legt sich auch heute noch über den Potsdamer See. Am besten besucht man ihn zu zweit, damit man seine Eindrücke vor Ort teilen kann. Das malerische Eingangstor ist von üppigem Grün umrankt. Kaum jemand lässt das erfrischende Softeis aus, das am Eingang verkauft wird. Und mit dem Geschmack von Schokolade und Vanille am Gaumen spaziert man ganz nebenbei über einen Verbindungskanal zum Jungfernsee und in den Neuen Garten hinein.

Ein kleiner Weg schlängelt sich vorbei an Potsdamer Villen und führt zur Badestelle des 300 Meter breite und mehr als einen Kilometer lange Heilige See. Auf der großen Liegewiese in der Nähe des „grünen Hauses“ erfreuen sich Textilbader und Freunde der Freikörperkultur, Studenten, Schüler und Rentner gleichermaßen des guten Wetters. Die Atmosphäre ist entspannt und ausgelassen.

Auch an späteren Nachmittagen oder an Wochenenden findet der Wasserliebhaber ohne langes Suchen noch ein Plätzchen, um sein Handtuch auszubreiten und die Sonnenstrahlen genießen zu können. Neben den vielen Studenten vom nahe liegenden Uni-Campus Potsdam ist die Badestelle des Heiligen Sees vor allem auch bei Familien mit kleineren Kindern beliebt. Das Ufer verläuft zunächst recht flach, sodass die Kleinen ausgiebig planschen können. Ein paar Schritte weiter gern auch ohne Badebekleidung. Das pure Vergnügen.

Wer dem Trubel der Hauptliegewiese entgehen möchte, kann sich auf die Suche nach einer der kleineren Buchten am Ufer des Sees machen, sollte jedoch damit rechnen, von der Parkaufsicht aus seinem Nest schon bald wieder vertrieben zu werden. Vielleicht das Signal, sich mit den Sehenswürdigkeiten der Gegend zu beschäftigen. Der Heilige See ist umgeben von Relikten aus der Zeit Friedrich Wilhelms II.: dem Neuen Garten, dem Schloss Cecilienhof sowie dem Marmorpalais.Foto: Matthias-Littwin/Kurier

Anfahrt:
Mit der RE 1 oder S1 bis Potsdam Hbf., dann Tram 93 bis zur Ludwig-Richter-Straße oder Bus 603 bis Am Neuen Garten/Gr. Weinm­eisterstr.

Zum Einkehren Meierei, Im Neuen Garten 10: Bierbrauerei mit formidablem Terrassenblick auf den benachbarten Jungfernsee

Auch schön ein Spaziergang im Neuen ­Garten – totale royale Reizüberflutung: Schloss Cecilienhof, Marmorpalais, Orangerie. Wow!

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