tip Backstage präsentiert von Priceless Berlin – So war's

Hinter den Kulissen vom Renaissance-Theater

Im Juli 2017 begaben wir uns auf eine Zeitreise ins Berliner Renaissance-Theater. Das viel besprochene Schauspielhaus am Kurfürstendamm war einst Verbindungshaus und für einige Jahre Kino, bevor es zum Theater wurde. Nachdem die Nazis das Gebäude gekapert und zur Reichsschrifttumskammer gemacht hatten, erlebte es nach dem Krieg seine Wiedergeburt und erhielt deshalb den Namen, den es bis heute trägt.

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Chefdramaturgin Gundula Reinig begleitete die Führung, die im Eingangsfoyer startete und die Gruppe anschließend in den Theatersaal führte. Der Saal sei schon im Jahr der Theatertaufe akustisch perfekt vermessen gewesen, erzählte Frau Reinig. Mit einer Präzision, die spätere Architekten des 21. Jahrhunderts wundern ließ. Die Führung führte auf die Bühne, wo man sich in die Rolle der Schauspielerinnen und Schauspieler hineinfühlen konnte. Auf der rund 60 Quadratmeter großen Bühne, die die Bühnenbildner in eine Küche verwandelt hatten, kam tatsächlich heimelige Stimmung auf. Frau Reinig erklärte, dass die Schauspieler das Renaissance-Theater gerade dafür schätzten, dass sie sich während des Spielens wie im eigenen Wohnzimmer fühlten, obwohl bei ausverkaufter Vorstellung 500 Augenpaare ihr Spiel verfolgten.

Dann ging es hinter die Bühne, durch zahlreiche Räume und verwinkelte Gänge, wo sich die Schauspieler während und vor dem Stück aufhalten, und schließlich auf den Balkon des Schauspielhauses. Von dort konnte man in der lauen Abendluft einen tollen Ausblick über die Knesebeckstraße genießen. Die Führung endete im oberen Foyer, wo auf die Gäste ein Glas Wein, Quiche und Aprikosenkuchen wartete. Nach dem Umtrunk erhielt jeder Gast seine Karte für die Vorstellung des Abends. Es war die vorletzte Aufführung des Stücks „Willkommen“, das sich unter Einbeziehung gängiger Klischees mit der Flüchtlingsfrage auseinandersetzt. Dem Publikum wurden sowohl Lacher als auch emotionale Momente beschert.

Alle Menschen am Theater bildeten gemeinsam eine große Familie und wüssten alles übereinander, hatte Chefdramaturgin Reinig, zu Beginn der Führung erzählt. Angesichts der packend gespielten Szenen und leidenschaftlichen Dialoge wunderte dies auch keinen der Zuschauer des Abends.

Die nächste Veranstaltung führt in den ehemaligen Club Felix im Hotel Adlon. Dort gibt es eine neue Ausstellung mit Werken des legendären Street-Art-Künstlers Banksy.

Text: Rosanna Steppat, Fotos: Patricia Schichl

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