Dokumentartheater

„Ibsen: Eine Trilogie“ in den Sophiensaelen

Das Performance-Kollektiv Markus & Markus lässt in „Ibsen: Eine Trilogie“ Bühnenfiguren mitunter schmerzhaft zu ganz realen Menschen werden

Foto: Till Bäcker

Es sind sehr, sehr freie Adaptionen von Henrik Ibsens Dramen „John Gabriel Borkmann“, „Gespenster“ und „Peer Gynt“, die das Performance-Kollektiv Markus & Markus als Trilogie an drei Abenden in den Sophiensælen zeigt. Die Gruppe löst darin die Grenze zwischen Inszenierung und Realität völlig auf. So etwa, wenn aus Ibsens an Syphilis erkranktem Protagonisten Osvald, der in „Gespenster“ seine Mutter um Sterbehilfe bittet, die reale Person Margot wird. Die letzten 30 Tage der „austhera­pierten“ Schmerzpatientin vor ihrem sauber geplanten ­Suizit haben Markus & Markus filmisch dokumentiert und inszeniert. Oder wenn sie aus Ibsens Pleite-Bankier Borkmann einen real existierenden Ex-Anlageberater machen, der zum Messi geworden ist. Zwischen Faszination und  Schrecken bewegt sich dieses mitunter schwer verdauliche Ibsen-Dokumentartheater, das wohl niemanden kalt lässt.

Sophiensaele Sophienstr. 18, Mitte, Mi 19., Do 20 + Sa 21.4., 20 Uhr, Eintritt 14/ erm. 8 €

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