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Im Gefängnis: Patricia Thoma öffnet die Tür zum Alltag hinter Gittern

Die Berliner Künstlerin Patricia Thoma war wieder dort, wo kaum jemand freiwillig hinschaut – und hat daraus ein Buch gemacht, das man so schnell nicht vergisst
Text: Jacek Slaski
Veröffentlicht am: 02.06.2026
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Im Gefängnis – Cover © Patricia Thoma / Jacoby Stuart

„Im Gefängnis“ ist der zweite Teil zu ihrem Buch „Im Jugendarrest“ – wieder ein Hardcover im Großformat, wieder ein in Gelb gehaltenes Titelmotiv mit einem jungen Menschen, und wieder ging die Berliner Künstlerin und Autorin Patricia Thoma dafür an Orte, die für viele ein Tabu darstellen. Sie hörte zu und erarbeitete in Bildern und Texten eindrückliche Geschichten. Thoma besuchte das Mutter-Kind-Gefängnis in Pankow und andere Strafanstalten in Deutschland, zeichnete dort und ließ zeichnen.

Da geht es um einen jungen Mann, der sich Barbossa nennen lässt und sich mit Matheaufgaben, Zigaretten und Brettspielen die Zeit vertreibt oder um eine Mutter, die sich mit ihrem autistischen Sohn die Zelle teilt.

„Im Gefängnis“ zeigt auch den Alltag im Knast

Wie schon im Vorgängerband entstanden grauschattierte Bildergeschichten, nur gelegentlich von farbigen Illustrationen durchbrochen. Im klassischen Comic-Format behandeln die gemeinsam mit den Insassen erarbeiteten Kapitel so die Schicksale inhaftierter Männer und Frauen und gewähren Einblick in ihren Alltag zwischen Zelle, Arbeit und Therapie – in Sucht und Kleinkriminalität, in traumatische Erlebnisse ebenso wie in ganz banale Dinge des Gefängnisalltags.

Das Gefängnis bleibt ein Thema, mit dem man gemeinhin nichts zu tun haben will – umso wichtiger ist Patricia Thomas Arbeit, die eine Tür in diese Realität öffnet, zumindest einen Spaltbreit. Ein Buch, das schockiert und aufwühlt, aber auch heitere Szenen bereithält. Es ist Aufklärungsarbeit im besten Sinne – mit den kollaborativen Mitteln des Comics.

„Im Gefängnis“ von Patricia Thoma und Inhaftierten in Justizvollzugsanstalten, Jacoby & Stuart, 96 S., 22 €


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