Kino & Film in Berlin

Im Kino: „Die Affäre“

Collage à trois: Im französischen Formel-Melodram bricht Kristin Scott Thomas ihre Ehe mit Sergi Lopez.

Man wird diesem Film, indem man über ihn nachdenkt, nicht gerecht. Er ist darauf angelegt, konsumiert, nicht reflektiert zu werden. Als Drama zur zerstörerischen Kraft der Liebe ist er eine Verzichtserklärung. Deshalb beginnt er wie ein schlechter Fernsehkrimi: Eine Frau entsteigt nachts dem Ehebett, wandert durchs luxuriöse Anwesen, dann peitscht ein Schuss durchs Haus – und die Rückblende setzt ein.
Eine heile Welt: Mann (Yvan Attal), Frau (Kristin Scott Thomas), zwei Teenagerkinder im schmucken südfranzösischen Domizil. Da beschließt die Dame des Hauses, ihre Ehe mit einem Gelegenheitsarbeiter (Sergi Lopez) zu brechen – und ihre Familie zu verlassen, um augenblicklich in die Armut und die Verzweiflung zu schlittern. Regisseurin Catherine Corsini reizt in „Die Affäre“ wirklich jedes Klischee aus. Da nützt nichts mehr, weder die solide Arbeit der Kamerafrau Agnиs Godard noch das verlässlich agierende Darstellertrio: Corsinis Inszenierung wirkt so abgegriffen, so tausendfach durchgespielt wie der aus Truffaut-Filmen collagierte Orchester-Soundtrack.

Text: Stefan Grissemann

tip-Bewertung: Uninteressant

Orte und Zeiten: „Die Affäre“ im Kino in Berlin

Die Affäre (Partir), Frankreich 2009; Regie: Catherine Corsini; Darsteller: Kristin Scott Thomas (Suzanne), Sergi Lopez (Ivan), Yvan Attal (Samuel); 85 Minuten

Kinostart: 28. Januar

Kommentiere diesen Beitrag