Kino & Film in Berlin

Im Kino: „Dot.com“

Das globale Dorf: Der Streit um eine Webseite droht die Beziehungen von Spanien und Portugal zu belasten.

Dot.com

Gewaltig ist der Ärger und der Aufruhr beträchtlich, als das kleine portugiesische Dorf Бguas-Altas von einem spanischen Großkonzern aufgefordert wird, seine Website zu schließen: Die Domain sei für eine firmeneigene Mine­ralwasser-Kampagne reserviert, bei Nichtbeachtung werde eine Konventionalstrafe von 500.000 Euro fällig.
Für wen sich diese Spanier eigentlich hielten, fragen die Dörfler und zetteln ihrerseits eine Kampagne an, die ihr verschlafenes Nest noch in den hintersten Winkeln der Welt bekannt macht und bald auch die Beziehungen zwischen den beiden iberischen Nachbarstaaten zu belasten droht. Die Politik tritt auf den Plan, eine Medienmeute findet sich ein, die Konzernvertreterin trifft auf den Webmaster, und auch ansonsten ist einiges los in Luнs Galvгo Teles’ flott in Szene gesetzter Wohlfühlkomödie „Dot.com“. Nichts davon ist wirklich überraschend. Vorhersehbare Konflikte erfahren absehbare Lösungen, dazwischen bleibt Zeit für Romantisches, Skurriles und Albernes. Vor allem aber für nostalgisches Schwelgen in einer postkarten-idyllischen, heilen Welt, die sich auch von Internet und Globalisierung nicht aus der Ruhe bringen lässt, jedenfalls nicht auf Dauer.

Text: Alexandra Seitz

tip-Bewertung: Annehmbar

Orte und Zeiten: „Dot.com“ im Kino in Berlin

Dot.com, Portugal/Spanien/Irland/Großbritannien/Brasilien 2007; Regie: Luнs Galvгo Teles; Darsteller: Joгo Tempera (Pedro), Maria Adanez (Elena), Isabel Abreu (Ana); 103 Minuten; FSK 16

Kinostart: 9. Dezember

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