Kino & Film in Berlin

Im Kino: Felicitas Woll in „Liebe Mauer“

Dürres Verwirrspiel: Die Komödie "Liebe Mauer" erinnert an Grenzkontrollen und Sättigungsbeilagen


Das sich rundende Mauerwegfalldatum ist Peter Timm („Go Trabbi Go“, „Manta Manta“) Herzensangelegenheit genug, um mit einer kleinen Komödie an die entscheidenden Tage von 1989 zu erinnern. Er schickt die kleine West-Studentin Franzi (Felicitas Woll) ins Rennen, die sich ausgerechnet in einen Grenzsoldaten der DDR verliebt. Ihr Sascha hat im Wachturm ihre Studentenwohnung hinter der Mauer im Fokus – recht bald wird ihre unmögliche Liebe zum Thema von Stasi und CIA.
Ein Verwirrspiel beginnt, das sein Komödienpotenzial recht schnell verspielt: zu fade die Gags, zu dünn die Story. Timm scheint in der ersten Hälfte des Films den Spätgeborenen erklären zu wollen, wie es seinerzeit war mit den Grenzkontrollen, den Sättigungsbeilagen und dem Ränkespiel der Stasi. Aus dem damaligen Terror von Überwachung und Bedrohung wird hier ein Abenteuerspielplatz, auf dem man nur richtig tricksen muss. Eine Verballhornung, die zu augenfällig nach den Lorbeeren von „Sonnenallee“ und „Good Bye, Lenin!“ schielt, leider ohne einen Funken Esprit.

Text: Cristina Moles Kaupp

tip-Bewertung: Uninteressant

„Liebe Mauer“ Deutschland 2009; Regie: Peter Timm; Darsteller: Maxim Mehmet (Sascha), Felicitas Woll (Franzi), Anna Fischer (Uschi), 107 Minuten;

Kinostart: 19. November

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