Kino & Film in Berlin

Im Kino: „Geständnisse“

Blutige Rache: Der japanische Regisseur Tetsuya Nakashima kennt in seinem Film keine Zurückhaltung.

Geständnisse

In einem Klassenzimmer in Japan geht es drunter und drüber. Dann beginnt die Lehrerin zu erzählen. Sie schockiert die Klasse mit der Geschichte vom Tod ihrer kleinen Tochter im Pool: Opfer nicht eines Unfalls, wie alle dachten, sondern eines Verbrechens. Die Mörder, sagt die Lehrerin, sind zwei Jungen aus der Klasse. Der Rest ist dann Rache. Blut fließt und spritzt reichlich. Erzählerstimmen und Perspektiven wechseln. Radiohead und Vergleichbares spielt dazu. Emo-Musik. Die Zeitlupe ist für Regisseur Tetsuya Nakashima, will er etwas betonen, das Mittel der Wahl. Er will sehr viel betonen, Zurückhaltung kennt er nicht. Die Zeitlupen, die Musik, die Erzählerstimmen: In diesem Film steht nichts zwischen den Zeilen. Emo-Kino. Rache wird dabei heiß und kalt zelebriert. Vor Scheidungskindern soll man sich hüten. Mit Aids-Angst wird gespielt. Äußerst finster ist das Menschenbild von „Geständnisse“, aber auf genauere Beschreibung von Psychen, sozialen Situationen und Interaktionen verzichtet das Buch. Am Ende jagt sich der Film mit zynischer Lust am stilistischen Aufwand selbst in die Luft.

Text: Ekkehard Knörer

tip-Bewertung: Ärgerlich

Orte und Zeiten: „Geständnisse“ im Kino in Berlin

Geständnisse (Kokuhaku), Japan 2010; Regie: Tetsuya Nakashima; Darsteller: Takako Matsu (Yuko Moriguchi), Yoshino Kimura (Naokis Mutter), Masaki Okada (Yoshiteru Terada); 106 Minuten

Kinostart: 28. Juli

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