Kino & Film in Berlin

Im Kino: "Sommer in Wien"

Genuss und Lebensfreude: Der Filmemacher Walter Größbauer zelebriert in seinem Dokumentarfilm den "Sommer in Wien".

Im Kino: "Sommer in Wien"

Wenn ein Mensch, der auch noch Musiker ist, auf den Namen Machatschek hört, dann weiß man, dass man in Wien ist. Eine der lebenswertesten Städte der Welt, wie unlängst wieder erhoben ­wurde. Nach diesem Film könnte man meinen, diese Daten stammten alle aus dem 15. Bezirk, wo der Klavierbauer Bernhard Balas seine Werkstatt hat. Bei schönem Wetter stellt er gern einen Tisch zum Essen auf die Straße. Einen Nachbarn hat das gestört, die zuständigen Beamten wollten dieser Verbindung von Genuss und Lebensfreude aber keinen Riegel vorschieben.
Von Balas ausgehend spinnt Größbauer einen ­lockeren Faden durch ein Milieu, das man als ­individualistisch und kreativ bezeichnen könnte und in dem auch die sexuellen Identitäten sich frei entfalten können.
Schriftsteller ist hier ein Traumberuf, der aber ­häufig mit einem Eigenverlag einhergeht. Bei ­einem Fußbad kommen die Ideen, die man dann in einer schattigen Laube zu Papier bringt. Und bei einer Veranstaltung, die nach einer Subvention der Stadt erst noch rasch improvisiert werden muss, kann dann von Maskentheater bis zur Massagetherapie alles ausprobiert werden. Ein gemütlicher Film mit sehr speziellem Charme.

Text: Bert Rebhandl

Foto: Fortuna Media

Orte und Zeiten: Sommer in Wien

Sommer in Wien A 2015, 100 Min., R: Walter Größbauer??

Kinostart: Do, 31. März 2016

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