Kino & Film in Berlin

Im Kino: „The Sound After the Storm“

Blue Crescent: Die Dokumentation befasst sich mit der US-Stadt New Orleans nach dem Wirbelsturm Katrina.

The Sound After the Storm

Im August 2005 zerstörte der Hurrikan Katrina und eine sich daran anschließende Flutkatastrophe rund 80 Prozent des Stadtgebiets von New Orleans, hunderttausende Menschen wurden zwangsevakuiert. Die Dokumentation „The Sound After the Storm“ begleitet die Sängerin Lillian Bouttй, den Fotografen Armand „Sheik“ Richardson sowie den Klarinettisten Michael White durch ihre Heimatstadt, wo sie versuchen, mit Musik und Fotografien die Traditionen und Historie des alten New Or­leans lebendig zu erhalten. Dabei gelingt es dem Film durchaus, den Verlust durch die Katastrophe deutlich zu machen und zugleich aufzuzeigen, wie wenig in den vergangenen Jahren passiert ist – und wenn doch etwas, dann das Falsche. „Das ist nicht New Orleans“, sagen „Sheik“ und Michael, als sie einmal an einer Reihe neu errichteter Häuser vorbeikommen, und Lillian beklagt, dass die einstigen Bewohner aber immer noch über die gesamte USA verstreut leben. Den Gründen für diese Verdrängung mag der Film allerdings nicht nachgehen, ihm liegt eher daran, die traditionelle Musik der Hafenstadt als Trost spendendes Mittel zur Verarbeitung des persönlichen Ärgers über die Situation darzustellen. Am Ende steht Michaels Komposition „Blue Crescent“: blue wie traurig, aber auch blau wie die Hoffnung.

Text: Lars Penning

Foto: Sven O. Hill

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „The Sound After the Storm“ im Kino in Berlin

The Sound After The Storm, Deutschland/Schweiz 2009; Regie: Patrick Soergel, Ryan Fen­son-Hood, Sven O. Hill; 82 Minuten; FSK k.A.

Kinostart: 9. Dezember

Kommentiere diesen Beitrag

Kommentiere diesen Beitrag

Kommentare