so war das tip weinmahleins präsentiert von mastercard priceless berlin

Im Restaurant Jungbluth

Ein bisschen unscheinbar, fast schüchtern, liegt das Restaurant Jungbluth in der Steglitzer Lepsiusstraße. Der senfgelbbleuchtende Schriftzug über dem Eingang blickt fröhlich auf die nahendne Gäste, und lässt dennoch wenig von der geschmacklichen Rafinesse und dem kulinarischen Knowhow vermuten, für die das Jungbluth seit seiner Eröffnung Anfang 2013 steht.

Inhaber und Küchenchef André Sawahn geht es um eine neue deutsche Küche aus frischen, regioanlen Zutaten. Beim Weinmahleins präsentiert von Mastercard Priceless Berlin blieb am 25. und 26. April fand im Winzer Jochen Dreissigacker aus dem größten Deutschen Weinbaugebiet Rheinhessen einen kongenialien Partner. Und der hatte neben zwei nonchallant ausformlierten Rieslingen – das Weingut legt seine Konzentration auf die klassischen deutschen Rebsorten Riesling, Grauburgunder und Weißburgunder – noch vier weitere beeindruckende Weine im Gepäck. Darunter einen Chardonnay-Sekt, der als Aperitif gereicht wurde. Dazu ein Spargel-Amuse-Gueule, das das Gehirn auf eine Probe stellte: Süß-salzig kam der Spargel in drei verschiedenen Aggregatzuständen daher, grob geschnitten, als Schaum und als Crème. Die pürierte Maracuja sorgte für Kontrast und passte doch überraschend gut zum Ganzen.

Bilder

Im ersten Gang überraschten André Sawahn und sein Partner Felix Leisegang die Gäste dann mit einem perfekt abgeschmeckten Rote-Beete-Süppchen, dazu Macadamia und butterzarte Tranchen vom Kabeljau. Lebendig frisch ergänze der Weißburgunder 2016 das geschmackliche Gesamtbild. Es folgte eine krosse Brotschnitte, die mit Panzanella – einem traditionellen, italienischen Bauernsalat, Saiblingskaviar und Spundekäs belegt war. Der Spundekäs hat – so wie die Weine des Abends – seinen Ursprung in Rheinhessen. Da freute es Winzer Jochen Dreissigacker ganz besonders, den passenden Wein zum zweiten Gang zu reichen: einen 2014er „Wunderwerk“ Riesling, der von blutjungen Reben stammt, die in Spitzenlagen stehen, finessenreich und elegant daherkommen, und ihrem hochtrabenden Namen alle Ehre machen.

Der 3. Gang war nicht weniger opulent im Aromenspiel als der dazu servierte Wein: Der 2011er Moorstein Riesling: Zitrusfrüchte, grüner Apfel, tropische Früchte. Dazu gab es Filet vom weißen Heilbutt, lauwarm-würzigen Fenchelflan mit Anis-Schaum und junge Erbsen. Bevor sich die Farbe des Weins änderte, war es Zeit, für einen Höhepunkt des Abends: Sponsor Mercedes Benz Berlin verloste ein Hotelwochenende mit der neuen S-Klasse. Eine Dame konnte ihr Glück kaum fassen. Aber glücklich war bald daruaf auch der ganze Gastraum: beim Rücken vom Brandenburger Frischling, dazu zweierlei Sellerie, Rhabarber und Buchenpilze – eine gelungene Kombination. Ein vollmundiger, saftig fruchtiger Rotwein- der 2013er Bechtheimer Saint Laurant – harmonierte dazu perfekt.

Die Gespräche wurden längst gelöster, die letzten Sonnenstrahlen flankierten die Steglitzer Nacht. Worauf noch freuen? Auf das Dessert und einen beeindruckenden Wein: Die Bechtheimer Stein Beerenauslese schmeckte nach saftigen, gelben Steinfrüchten und war mit ihrer milden Säure die perfekte Begleiterin zum Topfenknödel, der liebevoll in einen Nussmantel gehüllt war. Der quarkige Knödel, der durch das Zusetzen von etwas Grieß traditionell seine Fluffigkeit bekommt, wurde begleitet von Mangosorbet. Der Clou: etwas Cardamon.

Bevor sich die ersten Gäste in die laue Steglitzer Frühlingsnacht begaben, stellte André Sawahn noch sein ganzes Küchenteam vor und für die Küchenmeister und Winzer Jochen Dreissigacker klatschte es Beifall. Der Abend im Jungbluth war ein Abend voll kulinarischer Ergüsse und exzellenter Weine. Es lohnt sich, sich für die Erweiterung des eigenen kulinarischen Horizonts in Berlins Südwesten zu begeben. Wenn man gesund, geschmacklich gut, regional und bewusst essen will, ist ein Besuch bei André Sawahn und seinem Team außerdem umumgänglich. Wir freuen uns schon auf unseren nächsten Besuch.

Text: Rosanna Steppat

Kommentiere diesen Beitrag