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Im Restaurant Richard

Essen sei ja das neue Pop. So haben wir das einmal auf dem Cover unseres tip Magazins getitelt. Und in der so angekündigten Geschichte beschrieben, wie sehr die Stimmung Berlins doch längst eine kulinarische ist. Wer wissen will, wie diese Stadt heute tickt, der muss Berlin schmecken. Und er wird dabei vielleicht nicht als erstes in der Köpenicker Straße landen. Was schon mal eine wunderbare Kompetenz des Restaurants Richard und seines namensgebenden Gastgebers Hans Richard beschreibt.

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Der Autodidakt am Herd ist, als Spross einer Hoteliersfamilie im Berner Oberland, doch gleichzeitig als Gastgeber aufgewachsen. Und hat so früh gelernt, dass man die besten Häuser doch leise führt. Essen ist das neue Pop? Dieses Richard wäre eher eine reduziertes Jazz-Konzert, vier oder fünf hervorragende Solisten, von denen sich doch keiner in den Vordergrund spielt. Eine selbstverständliche, manchmal fast schüchterne Eleganz.

Man mag es aus diesen Zeilen bereits herausgehört haben: Dieses vor gut fünf Jahren eröffnete und seit drei Jahren mit einem Michelin-Stern ausgezeichnete Restaurant ist einer unserer liebsten Läden. Neu war uns das, an der Spree von Wein & Glas kompetent vertretene Weingut Schäfer-Fröhlich von der Nahe. Wir werden es nach diesem Weinmahleins präsentiert von Mastercard Priceless Berlin nachhaltig in Erinnerung behalten, weil es für eine Weinkultur steht, die hierzulande noch immer weniger üblich ist, als an der Loire oder im Jura: Das Terroir, nicht die Frucht, steht im Mittelpunkt des Interesses. Diese Weine, exemplarisch ein 2016er Kupfergrube Riesling Schloßböckelheim, sind buchstäbliche Verortungen, sie bringen eine Landschaft in Glas. Gute Weine schmecken eben von der Wurzel, weswegen der junge Winzer Tim Fröhlich, seit 2001 Mitglied im Verband der Prädikatsweingüter (VdP), ohne den Einsatz von Zuchthefen arbeitet und alle Weine spontan vergaren lässt.

Kulinarisch begann der Abend mit einem Tatar vom Linumer Weidelamm (und von unserem Partner Havelland Express) gleichsam klassisch wie fokussiert. Ein Tatar, indes nicht vom Rind, und mit darüber gehobelten Championscheiben erdig abgerundet, ohne dadurch seine Frische zu büßen. Ganz stark dann der (vegetarische!) zweite Gang, ein Pot au Feu vom Frühlingsgemüse mit einem Massamam Curry, das dem Gericht indes Tiefe und keine oberflächliche, provozierende Schärfe gab. Eleganz, Souveränität, Understatement, ganz so auch der Hauptgang: eine Bresse Poularde vom Holzkohlegrill an einer Sauce Albufera mit grünem Spargel. So ein Teller wäre vor zwanzig Jahren schon wunderbar gewesen und wird es auch in zwanzig Jahren noch sein. Womit es nun an den Berlinern ist, in dieser oft auch zeitgenössischen, zeitgeistigen Fülle an hiesigen Aromen, das wunderbar zeitlose Richard, und den Hans Richard, kennen und schmecken zu lernen.

Beim nächsten Weinmahleins im Juli sind wir im 1687 – Restaurant und Café. Weitere Infos folgen im nächsten tip und online in Kürze.

Text: Clemens Niedenthal

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