So war das tip Weinmahleins präsentiert von Mastercard Priceless Berlin

Im Restaurant The Grand

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Pünktlich zur gebackenen Forelle öffneten sich die Schleusen. Und draußen vor dem Fenster entlud sich, was in diesem Sommer einmal mehr als „Starkregenereignis“ Karriere macht. Nein, kein lauschiger Abend auf der Terrasse von Berlins vielleicht führendem Grillrestaurant. Dafür ein lauschiger Abend auf der Galerie im ersten Stock. Um das vorwegzunehmen: Das Weinmahleins präsentiert von Mastercard Priceless Berlin war dort oben auf Augenhöhe des expressiven Kronleuchters mindestens ebenso gut aufgehoben. Wobei der Abend im Teller, mit einer klaren, intensiven Tomatenessenz noch ganz passend hochsommerlich angefangen hatte. Tilo Roth, der Fleischversteher ist also zurück im The Grand am Alexanderplatz und zeigte auf seine angenehm unverstellte Art, dass dieser Grillmeister doch auch ein handwerklich herausragender Spitzenkoch ist.

Ein Favorit dieses Abends: Die Jakobsmuschel samt Blutwurst, zumal dieses wohlgelittene Pairing von marinierten Mangospalten noch einmal einen spannenden Twist erhielt. Und natürlich das irische Rind im Hauptgang. Vom Grill auf den Tisch zum tischweisen Teilen, lässig inszeniert und auf den Punkt gegart. Dazu noch Grillgemüse und ein Berliner Abendhimmel, der schon wieder vergessen hatte, dass er gerade eben noch so sehr in Rage war. Jenes Rindfleisch, das sei unbedingt noch erwähnt, kam dabei aus der fachkundigen Selektion unseres Weinmahleins-Partners Havelland Express.

Die Weine, sie kamen an diesem Abend aus dem Rheingau und von einem noch jungen Betrieb mit sehr viel Geschichtsbewusstsein. Bibo Runge heißt das Weingut aus Oestrich-Winkel. Markus Bonsels heißt der quereingestiegene und doch klassisch ausgebildete Winzer, dem – ganz handwerklich – Schmeichelndes gelingt: klar definierte, allgemeinverständliche Rieslinge, die dennoch immer auch eine zweite Ebene haben. Die im Holz lagern, ohne dies allzu plump zu verraten, die von der Hand gelesen, sanft gepresst und nach längerer Maischestandzeit naturnah winifiziert werden.

Nur: Warum heißt ein solcher Wein gleich Revoluzzer? Die Antwort ist eine Hommage an Adam von Itzstein, der ebenfalls in der klassischen Rheingau-Lage Hallgarten einige Rebstöcke besaß. Vor allem aber hatte von Itzstein von dort aus die erste deutsche Nationalversammlung 1848 in der Frankfurter Paulskirche vorbereitet. Ein Demokrat also und, ja, eben auch ein Revoluzzer, dem hier also ein Wein gewidmet worden ist.

Das passt ja gut zum The Grand, Gesellschaftslokal und Grill, dass hier zwischen Alexanderplatz und Volksbühne auch schon seit 1842 steht.

Text: Clemens Niedenthal
Fotos: F. Anthea Schaap