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In 7 Fragen durch die Nacht mit Sherryaeri

In unserer neuen Serie „In 7 Fragen durch die Nacht“ treffen wir auf Menschen, die Berlins Clubszene prägen. Diesmal mit DJ Sherryaeri
Text: Marit Blossey
Veröffentlicht am: 12.05.2026
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Sherryaeri ist DJ, Antidiskriminierungstrainer:in und engagiert sich in der Musikindustrie für intersektionale Geschlechtergerechtigkeit. © Simona Bednarek / Illustration: Tobias Meyer

Wir starten eine neue Serie! „In 7 Fragen durch die Nacht“ treffen wir regelmäßig Menschen, die Berlins Clubszene prägen: DJs, Booker:innen, Türsteher:innen und andere Stimmen aus der Szene. In sieben Fragen sprechen wir mit ihnen über Musik, besondere Momente und das, was hinter den Kulissen passiert. Diesmal mit DJ und Antidiskriminierungstrainer:in Sherin Striewe aka Sherryaeri


1. Sherryaeri, für Leute, die dich nicht kennen – wie würdest du deine Arbeit beschreiben?

Ich bin DJ, Antidiskriminierungstrainer:in und Berater:in, Kulturschaffende:r und engagiere mich ehrenamtlich in der Musikindustrie für intersektionale Geschlechtergerechtigkeit. Ich arbeite auf vielen Ebenen gleichzeitig, wahrscheinlich auch chronisch zu viel, aber immer mit Leidenschaft. Für mich gehören diese Bereiche zusammen: Ich versuche, ganzheitlich auf Befreiung, Empowerment und auch eine Form von Rebellion hinzuarbeiten.  

2. Welches Erlebnis beim Feiern / Tanzen / Auflegen bleibt dir besonders in Erinnerung?

Meine schönsten Erlebnisse als Gast waren immer in Räumen, die sich wirklich sicher angefühlt haben, wo mich die Musik komplett getragen hat und ich bis zur Ekstase tanzen konnte. Ich trinke und konsumiere nicht und bin neurodivergent, deshalb nehme ich Vibes und Eindrücke im Club sehr intensiv wahr. Am meisten genieße ich es, wenn ich mich ganz auf die Musik fokussieren kann, ohne mir über irgendwas Sorgen machen zu müssen. Beim Auflegen sind die besonderen Momente die, in denen die Crowd offen und cute ist und gleichzeitig von Veranstaltungsseite auf mein Wohlbefinden geachtet wird. Nichts geht über eine gute Artist Care! Ich will einfach komplett in die Musik eintauchen können und mir nicht gleichzeitig Gedanken machen, ob mir irgendein Dude ins Deck oder an den Arsch greift.

3. Wie sieht für dich die Dramaturgie einer idealen Nacht aus?

Ganz ehrlich: Es muss gutes Essen geben und leckere alkoholfreie, am besten auch zuckerfreie Drinks. Musikalisch liebe ich Acts, die wirklich etwas fühlen lassen, bei denen man merkt: Sie wissen, was sie tun und sie tun es aus Liebe. Am wichtigsten ist aber der Dancefloor: Menschen, die achtsam miteinander umgehen und einfach eine cute Energie mitbringen. Ich liebe Sets, die überraschen, und Formate, die Musik mit anderen Kunstformen verbinden.  

4. Welchen aufstrebenden Berliner DJ/ Künstler:in sollte man unbedingt im Auge behalten?

Miss T Delight und Trigger T – lustigerweise beide mit T. Zwei absolute Herzensmenschen, die jede Crowd mitnehmen. Sollte man definitiv nicht verpassen.  

5. Was fehlt dir in Berlins Clublandschaft?

Awareness für Neurodivergenz – und mehr konsequent umgesetzte sober Party-Konzepte.  

Ich will einfach komplett in die Musik eintauchen können und mir nicht gleichzeitig Gedanken machen, ob mir irgendein Dude ins Deck oder an den Arsch greift.

Sherryaeri

6. In welchen Club (auch außerhalb von Berlin) würdest du unbedingt gerne mal gehen oder spielen und warum?

Ich bin ja eher eine Specific-Event- und Festival-Maus, deshalb musste ich kurz überlegen. Es gibt vor allem Partyreihen, für die ich gerne spielen würde, wie z.B. Laylit, die mittlerweile international veranstaltet wird. Wenn es aber um Clubs geht, dann wäre es in Kairo auf jeden Fall der Cairo Jazz Club. Ich habe dort schon so viele besondere musikalische Momente erlebt, und es hätte für mich als Person aus der Diaspora eine persönliche Bedeutung, dort zu spielen. In Deutschland, außerhalb von Berlin, definitiv das Tokonoma in Frankfurt. Ich bin und bleibe Wahlfrankfurter*in im Herzen, und außerdem haben sie ein unglaublich gutes Soundsystem.  

7. Welcher Track sollte in einer perfekten Clubnacht unbedingt gespielt werden?

Am liebsten einer, den ich noch nicht kenne – mit richtig starkem Bass und Vocals von einer FLINTA*-Rapper:in, die ich noch nicht auf dem Schirm habe. Aktuell höre und spiele ich aber besonders gerne „TFOOTWORK تفو“ von meiner guten Freundin und großem Vorbild Koumiya.  

Zur Person

Sherin Striewe ist DJ, Kulturschaffende:r, Gründer:in der Partyreihe Rage’n’Bounce und Teil des Vorstands von Music Women* Germany, einer Initiative, die sich für Sichtbarkeit und Netzwerke für FLINTA*s in der Musikindustrie einsetzt. Mehr von Sherin findet ihr auf Instagram: sherryaeri


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